Kampf gegen Ebola
Pharmabranche forciert Forschung an Impfstoff

Mit Hochdruck arbeitet die Pharmabranche an der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes. Die ersten Dosen sollen noch vor Jahresende ausgeliefert werden. In den USA wurde unterdessen ein neuer Verdachtsfall bekannt.
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London/San FranciscoFührende Pharma-Konzerne forcieren angesichts der Furcht vor einer Ausbreitung von Ebola über die westafrikanischen Ursprungsländer hinaus die Entwicklung von Medikamenten gegen die Seuche. Der britische Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKLine kündigte am Mittwoch an, die ersten Impfstoffdosen sollten noch vor Jahresende ausgeliefert werden. Die US-Firma Johnson & Johnson (J&J) will im nächsten Jahr eine Million Dosen zur Verfügung zu stellen. Die beiden Konkurrenten sind zudem zur Zusammenarbeit bereit. In den USA stoppten Grenzbeamte einen Flugpassagier aus Liberia wegen Ebola-Verdachts. Zudem strich eine US-Versicherung Verträge zum Schutz gegen Ebola aus ihrem Angebot.

J&J will bis kommenden Mai 250.000 Impfdosen ausliefern. Der Impfstoff steckt allerdings noch in den Kinderschuhen: Ab Januar soll er an Freiwilligen getestet werden. Der US-Konzern hält auch eine Zusammenarbeit mit GlaxoSmithKLine für denkbar. Die von beiden Unternehmen entwickelten Impfstoffe könnten kombiniert werden, erklärte J&J-Forschungschef Paul Stoffels. „Die Situation erfordert neue Wege der Arbeitsorganisation und des Denkens“, sagte GSK-Chef Andrew Witty. Sein Unternehmen hat bereits einen Impfungstoff in der klinischen Erprobung.

Der kanadische Pharmakonzern Tekmira hat schon mit der limitierten Produktion eines Wirkstoffs begonnen. Anfang Dezember soll er verfügbar sein, wie das Unternehmen erklärte. Das Unternehmen arbeitet an Wirkstoffen, die die Vervielfältigung des Ebola-Virus im Körper verhindern sollen. Im September hatten US-amerikanische und kanadische Behörden den Einsatz des experimentellen Wirkstoffs TKM-Ebola unter bestimmten Voraussetzungen bei infizierten Patienten genehmigt.

In Deutschland kündigte das Bundesforschungsministerium an, die Entwicklung eines Ebola-Schnelltests der Jenaer Firma Alere Technologies zu unterstützen. Der Betrieb ist eine Tochter des US-Unternehmens Alere.

An der Virus-Erkrankung sind seit März vor allem in Westafrika mehr als 4500 Menschen gestorben. Das hat auch wirtschaftliche Gründe: Die Entwicklung neuer Arzneien oder Impfstoffe verschlingt hohe Millionensummen, die durch die zu erwartenden Einnahmen in den armen westafrikanischen Ländern kaum aufgefangen werden können. Zudem sind Ebola-Ausbrüche selten. Das Ausmaß dieser Ebola-Epidemie ist aber um ein vielfaches gravierender als alle bisherigen Ausbrüche. Entsprechend hoch ist daher die Nachfrage nach einem Mittel gegen die Seuche.

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J&J will 200 Millionen Dollar investieren

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