Kampf gegen Ebola
WHO räumt Stümpereien bei der Virus-Bekämpfung ein

Die Weltgesundheitsorganisation WHO übt sich beim Kampf gegen das Ebola-Virus in Selbstkritik. Sie hätte den Ausbruch wegen inkompetenter Mitarbeiter vor Ort und interner Bürokratie nicht schnell genug erkannt.
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Washington/LondonDie Weltgesundheitsorganisation hat Fehler bei der Eindämmung des Ebola-Virus in Westafrika eingeräumt. Der Ausbruch sei unter anderem wegen einer falschen Einschätzung der Krankheit, nicht kompetenter WHO-Mitarbeiter vor Ort und interner Bürokratie nicht schnell genug in seiner Dimension erkannt und angegangen worden, heißt es im Entwurf eines Papiers der UN-Organisation, zu dem die Nachrichtenagentur AP am Freitag Zugang bekam.

Der Mitentdecker des Ebola-Virus, Peter Piot, stimmte am Freitag mit dieser Selbstkritik der WHO überein. Die Organisation habe bei weitem zu langsam gehandelt, sagte der Mediziner. Daran sei vor allem das WHO-Büro in Afrika schuld. „Sie machten überhaupt nicht, das Büro ist schlechtweg nicht kompetent“, kritisierte er.

In dem WHO-Papier steht ferner, Experten hätten schneller erkennen müssen, dass der Ebola-Ausbruch mit traditionellen Mitteln nicht aufzuhalten sei in einer Region mit durchlässigen Grenzen und darniederliegenden Gesundheitssystemen. Seit dem Ausbruch Ende 2013 starben nach jüngsten Zahlen der WHO bisher 4484 Menschen an dem Virus.

Die Zahlungen der UN-Mitgliedstaaten in den Sondertopf zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika sind einem US-Zeitungsbericht zufolge bislang weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Anstatt der von den Vereinten Nationen geforderten eine Milliarde Dollar seien bisher nur 100.000 Dollar (rund 79.000 Euro) eingegangen, berichtete die „New York Times“ am Freitag unter Berufung auf UN-Mitarbeiter. Das Geld stammt demnach von der kolumbianischen Regierung.

Die Vereinten Nationen wollen mit dem Topf flexibler auf die Anforderungen bei der Bekämpfung der Seuche reagieren können. Das Virus hat nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde (WHO) bereits rund 4500 Menschen getötet und bedroht die Wirtschaft in den ohnehin bitterarmen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die bisherigen Zahlungen in den Fonds zuvor irrtümlich mit 20 Millionen Dollar beziffert. Hierbei handelte es sich aber um Zusagen, nicht um tatsächlich gezahltes Geld.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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