Karies-Behandlung schmerzfrei

Strom soll den Zahnarztbohrer ersetzen

Britische Forscher haben eine Alternative zur klassischen Zahnbehandlung entwickelt. Statt auf Spritze und Bohrer setzen sie die Mediziner des Londoner King's College auf eine schmerzfreie Strombehandlung.
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Der Gedanke an den Zahnarztbesuch treibt vielen Menschen den Angstschweiß auf die Stirn. Quelle: ap

Der Gedanke an den Zahnarztbesuch treibt vielen Menschen den Angstschweiß auf die Stirn.

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BerlinKaries gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt: In Deutschland etwa ist die Zahnfäule laut Robert-Koch-Institut die Volkskrankheit Nummer eins, noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um dem Zerstörungswerk der Kariesbakterien entgegenzuwirken, greifen Zahnärzte üblicherweise zu Spritze, Bohrer und Füllmaterial. Eine Therapie, die vielen Menschen den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Für alle von Dentalphobie, also der krankhaften Angst vor dem Zahnarzt, Betroffenen kommt jetzt frohe Kunde aus Großbritannien: Forscher des King’s College in London haben ein Verfahren entwickelt, um Zahnschäden ohne Bohrer und Füllung zu reparieren. Stattdessen setzen sie auf Strom und die Selbstheilungskräfte des Zahns.

Die hartnäckigsten Gesundheitsmythen
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Obst und Gemüse schützt vor Krebs

Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.

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Salat hat viele Vitamine

Das stimmt nicht. Salat hat viel Folsäure, die der Körper braucht, aber Vitamin C etwa findet sich in der doppelten bis achtfachen Menge in Tomaten oder Paprika.

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Salz ist ungesund

Das stimmt nur, wenn Sie zu den so genannten salzsensitiven Menschen zählen. Bei denen kann der häufige Genuss von stark gesalzenen Speisen zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Da die Mehrheit der Menschen aber nicht salzsensitiv isst, müssen sie auch nicht auf Salz verzichten.

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Dunkle Schokolade macht weniger dick

Das stimmt leider nicht. Egal, wie dunkel die Schokolade ist, sie besteht in erster Linie aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Im Gegensatz zu Milchschokolade enthält dunkle Schokolade keine Milch, folglich auch keinen Milchzucker. Die Kalorienzahl ist aber vergleichbar mit der der Milchschokolade.

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Kaffee trocknet den Körper aus

Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Koffein wirkt allerdings harntreibend: Wer viel Kaffee trinkt, muss also öfter die Toilette aufsuchen. Das bedeutet aber nicht, dass er dabei mehr Flüssigkeit verliert, als er mit dem Bürokaffee aufgenommen hat.

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Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser

Immer wieder hört man, es sei besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als die drei großen Klassiker Frühstück – Mittag – und Abendessen. Im Grunde ist es völlig egal, wann man isst. Wer mit fünf „kleinen“ Mahlzeiten am Tag abnehmen möchte, läuft jedoch schnell Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen. Wer sich an feste Mahlzeiten hält, behält besser den Überblick über die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien.

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Pro Tag zwei Liter Wasser trinken

Es ist richtig, dass der Mensch "ausreichend" Flüssigkeit braucht. Er muss aber nicht zwangsläufig zwei Liter in Form von Wasser trinken. Auch Obst, Gemüse und Milchprodukte enthalten Flüssigkeit. Außerdem hängt der Flüssigkeitsbedarf davon ab, wie heiß es ist, wie viel der Mensch wiegt und ob man sich körperlich stark anstrengt. Pauschal eine Menge von zwei Litern zu empfehlen ist wenig sinnvoll. Zu viel Wasser kann dem Körper auch schaden. Wer ein normales Durstgefühl hat, nimmt automatisch genug Flüssigkeit zu sich.

Die von Forschern um den Dentisten Nigel Pitts entwickelte Technik führt dem Zahn mittels leichter Stromstöße verstärkt Kalzium und Phosphate zu und unterstützt so dessen Selbstheilung. Die Strommenge ist so gering bemessen, dass der Patient die Behandlung nicht spürt. Nützlicher Nebeneffekt: Die Methode eignet sich auch, um Zähne weißer zu machen.

„Unsere Methode ist nicht nur schonender für den Patienten“, erläutert Pitts, „sondern wird voraussichtlich auch nicht teurer sein als eine gewöhnliche Zahnbehandlung.“ Für die Vermarktung ihrer Electrically Accelerated and Enhanced Remineralisation (EAER) genannten Methode haben die Londoner bereits ein eigenes Unternehmen gegründet. In spätestens drei Jahren soll die neue Technik marktreif sein.

Ganz auf den Bohrer verzichten können Zahnärzte allerdings auch in Zukunft nicht. Denn die Behandlung, das räumte Pitts im Gespräch mit der BBC ein, eignet sich vor allem für Kariesschäden in einem frühen Stadium. Gegen ein klaffendes Loch im Endstadium helfen daher auch künftig wohl nur Bohrer und Füllung.

  • tt
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