Klinische Studie bescheinigt gute Erfahrungen mit Bandscheibenprothesen
Ersetzen ist besser als versteifen

Magdeburger Neurochirurgen haben eine klinische Studie über Erfahrungen mit der so genannten cervikalen Bandscheibenprothese vorgelegt. Dabei stellten sie fest, dass künstliche Bandscheiben zu besseren Ergebnissen führen als die bisher angewandte Entfernung von erkranktem Bandscheibengewebe und die Versteifung der betroffenen Segmente.

HB DÜSSELDORF. 80 Prozent der Patienten konnten innerhalb von drei Monaten wieder arbeiten. "Bleibende Komplikationen wurden nicht beobachtet, Infektionen ebenfalls nicht. Die Operationstechnik hat kein höheres Risiko als die bisher übliche Versteifung der Bewegungssegmente", sagt Raimund Firsching, Direktor der Klinik für Neurochirurgie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In ihrer Selbsteinschätzung sind die Patienten sogar besonders schnell beschwerdefrei, da die Beweglichkeit der Halswirbelsäule erhalten bleibt. Die Versteifung hingegen wird als Belastung empfunden.

Die Methode erscheint besonders sinnvoll in der jüngeren Altersgruppe der unter 60-jährigen mit Bandscheibenvorfällen der Halswirbelsäule. Die Methode eignet sich nicht bei abnormer Beweglichkeit der betroffenen Bewegungssegmente und Knochenschwund (Osteoporose). Eine Gefährdung gegenüber der herkömmlichen Methode der Wirbelversteifung ist aus den bisherigen Langzeitbeobachtungen nicht erkennbar.

Die Arbeitsgruppe von Boris Jöllenbeck und Raimund Firsching hat ihre Ergebnisse im "Zentralblatt für Neurochirurgie" dargelegt. Außer einer Multicenterstudie, zu der mehrere Kliniken zum Teil mit sehr kleinen Fallzahlen beigetragen haben, gibt es bisher keine klinische Studie über Langzeitergebnisse. Die Magdeburger Ärzte haben 50 Patienten begleitet, deren Halswirbelsäulen-Operation bis zu 14 Monate zurücklag. An der Klinik werden seit drei Jahren Bandscheibenprothesen implantiert.

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