Krebs
Ärzte entfernen Prostata schonend

Minimal invasive Methoden beseitigen nicht nur den Tumor, sondern erhalten die Lebensqualität.

HAMBURG. Mehr als 48 000 Männer erkranken jährlich in Deutschland an Prostatakrebs. Während bei älteren Männern (über Siebzig) der Tumor in der Regel nur sehr langsam wächst und der Arzt die Entwicklung beobachtet, gehen Mediziner bei jüngeren Männern auf Nummer sicher und entfernen das Organ. Drei relativ neue Methoden arbeiten hierbei mit möglichst kleinen Schnitten – oder ganz ohne Skalpell. Der Vorteil: Der Patient ist schneller wieder gesund und leidet unter weniger Nebenwirkungen.

Die Prostata ist das am häufigsten von Krebs befallene Organ bei Männern. Die Drüse, die etwa die Größe einer Walnuss hat, ist nicht lebenswichtig, daher wird sie, wenn der Krebs noch auf die Prostata begrenzt ist, in der Regel entfernt oder zerstört. Dies kann auf ganz unterschiedliche Weise passieren. Experten streiten jedoch, welches die beste Methode ist. Ihnen kommt es nicht nur darauf an, dass das Verfahren den Krebs ausschaltet, sondern auch, dass Potenz und Kontinenz des Patienten erhalten bleiben – senkt doch der Verlust von beidem die Lebensqualität beträchtlich.

Ein Verfahren, das sich in der Praxis gut bewährt hat, ist der hochintensive fokussierte Ultraschall (kurz: Hifu). Er wurde vor zehn Jahren erstmals in Deutschland angewandt. Hifu kommt komplett ohne Schnitte aus: Der Patient erhält eine Teilnarkose. Per Ultraschallsonde lokalisiert der Operateur die Prostata. Anhand der Daten plant er den Eingriff, alles weitere läuft automatisch: Von der Sonde produzierte Ultraschallwellen erhitzen die Prostata auf rund 90 Grad, so dass die Drüse vollkommen zerstört wird.

Nach zwei bis 3,5 Stunden ist die OP vorbei, der Patient kann die Klinik in der Regel nach drei bis fünf Tagen wieder verlassen. Stefan Thüroff und Christian Chaussy von der Urologie München Harlaching sind Pioniere dieser Technik. Sie haben bereits mehr als 1 500 Patienten per Hifu behandelt. Bei jedem zweiten Patienten bleibt die Potenz erhalten, weniger als ein Prozent leiden nach dem Eingriff an starker Harninkontinenz. Langzeitergebnisse, welche die Gesundheit der behandelten Patienten nach 15 Jahren dokumentieren, stehen zwar noch aus, inzwischen bieten jedoch bereits 28 Kliniken in Deutschland diese Methode an.

Die Laparoskopie ist eine minimal invasive Methode, die mit fünf bis zehn Millimeter kleinen Schnitten auskommt. Durch die kleinen Öffnungen in der Bauchdecke werden eine Kamera samt Lichtquelle sowie die Instrumente eingeführt. Der Operateur sieht die Prostata und umliegendes Gewebe in bis zu 20-facher Vergrößerung. Die Prostata wird von der Harnröhre und Blase getrennt und über eine nur wenige Zentimeter breite Öffnung entfernt. Die Operation dauert zwei bis dreieinhalb Stunden. Die Klinik für Urologie an der Berliner Charite gehört europaweit zu den führenden Zentren für diese minimal invasive Technik. Seit 1999 als die laparoskopische radikale Prostatektomie dort erstmals durchgeführt, wurden ebenfalls mehr als 1 500 Patienten operiert.

Seite 1:

Ärzte entfernen Prostata schonend

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%