Krebsbekämpfung
Strahlen zerstören Tumore zielgenau

Etwa 400 000 Menschen erkranken jährlich an Krebs. Die Hälfte aller Patienten wird bestrahlt, um die Teilung der Tumorzellen zu stoppen.

DÜSSELDORF. Die Bestrahlung ist allerdings oft mit massiven Nebenwirkungen verbunden, weil das kranke Gewebe nicht zielgenau getroffen wird und die Strahlen auch gesunde Zellen zerstören. Selbst wenn das kranke Areal mit 3-D-Technik vermessen wird, garantiert das keine optimale Behandlung.

„Viele Organe bewegen sich beim Atmen oder verändern ihre Lage. Die Prostata wandert beispielsweise, wenn die Blase oder der Darm voll sind“, zeigt Marie-Luise Sautter-Bihl, Chefärztin an der Klinik für Strahlentherapie am Städtischen Klinikum Karlsruhe, die Grenzen auf. Neue bildgebende Verfahren bei der Planung und Durchführung der Bestrahlung sollen das ändern. Sautter-Bihl, zugleich Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Radio–Onkologie (Degro), verspricht sich beispielsweise von einer Bestrahlungsplanung mit einem Kombinationsgerät aus Computer- und Positronen-Emissionstomografie, dem so genannten PET-CT deutlich bessere Ergebnisse.

Das PET-Verfahren arbeitet mit radioaktiv markiertem Zucker, der in die Blutbahn gespritzt wird und Tumore am Monitor aufleuchten lässt. Da kranke Zellen einen deutlich schnelleren Stoffwechsel haben, verbrauchen sie mehr von dem markierten Zucker. „So lassen sich nicht nur Lage und Größe, sondern auch die Stoffwechselaktivität von Tumoren bestimmen“, sagt die Ärztin. Je aggressiver der Krebs, desto heller leuchtet er.

Um zu erkennen, wo sich der Tumor befindet, wird die Computertomografie (CT) genutzt. Sie liefert detaillierte Aufnahmen vom Körper. Die aus beiden Verfahren gewonnenen Bilder werden rechnergesteuert vereinigt. „Bisher waren zwei Untersuchungen notwendig, um die Bildinformationen zu erlangen, die dann kompliziert übereinander gelegt worden sind. Das Problem dabei bestand darin, dass sich zwischenzeitlich die Lage der Organe verändern konnte“, sagt Sautter-Bihl. Auch wenn das Kombinationsverfahren noch kaum verbreitet ist, geht sie davon aus, dass es in einigen Jahren Routine sein wird.

Seite 1:

Strahlen zerstören Tumore zielgenau

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%