Krebsforschung
Mit trojanischen Pferden gegen Tumoren

Wie ein trojanisches Pferd schleusen speziell präparierte Eiweiße radioaktives Material in Krebszellen und zerstören sie so von innen: Bonner Wissenschaftler haben diese noch relativ neue Behandlungsmethode gegen Krebs jetzt noch erfolgreicher gemacht.
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HB BONN. Eine neue Methode der Krebsbekämpfung ist augenscheinlich erfolgreicher als gedacht: Einer aktuellen Studie zufolge lassen sich mit radioaktiven „trojanischen Pferden“ auch rasch wachsende Tumore zerstören. Eine entsprechende Untersuchung wollen Bonner Mediziner in Kürze im European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging vorstellen.

Die Peptidrezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) wird gegen sogenannte neuroendokrine Tumoren angewendet – eine Krebsart, die vor allem im Magen-Darm-Trakt und in der Bauchspeicheldrüse auftritt. „Wir erzielen mit dieser Therapie verblüffende Erfolge“, erklärt der Bonner Nuklearmediziner Hans-Jürgen Biersack. „Teilweise sogar in Fällen, die völlig aussichtslos erschienen.“

Bislang behandelte man allerdings nur solche Patienten mit einer PRRT, die unter sehr langsam wachsenden neuroendokrinen Tumoren litten. Bei aggressiveren Verläufen wurde dagegen häufig die Chemotherapie bevorzugt. Augenscheinlich zu unrecht, wie die aktuelle Untersuchung an insgesamt 81 Patienten zeigt.

„Wir haben die PRRT auch bei Betroffenen eingesetzt, deren Tumore eine höhere Teilungsaktivität zeigten“, sagt der Bonner Oberarzt Samer Ezziddin. „Die Erfolgsquote war mit der bei weniger aggressiven Tumortypen vergleichbar und lag deutlich höher als bei einer klassischen Chemotherapie.“

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