Krebsforschung
Mit winzigen Teilchen gegen Krebs

Die Nanotechnologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. Auch Krebspatienten profitieren von neu entwickelten Behandlungsmethoden. So wollen Ärzte künftig mit Eisenpartikeln gezielt gegen Tumore vorgehen.
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DÜSSELDORF. Der Kopf der Patientin wird zwischen die beiden Säulen des monströsen Apparats geschoben. Das Gerät brummt. Die Patientin ist entspannt, sie spürt ein leichtes Wärmegefühl im Kopf - dort, wo der bösartige Tumor, das Glioblastom, sitzt.

Sie ist eine von 150 Krebskranken, an denen ein neues nanomedizinisches Verfahren erprobt wird. Dabei werden kleinste Eisenpartikel direkt in den Tumor gespritzt. Ein Magnetfeld versetzt sie so in Schwingung, dass sie eine Temperatur von 41 bis 70 Grad erreichen. Dadurch wird die Geschwulst weggeschmort oder deren Zellen zumindest so weit geschwächt, dass eine herkömmliche Chemo- oder Strahlentherapie besser wirkt.

Entwickelt hat das Verfahren Andreas Jordan von der Berliner Charité, der bereits vor 20 Jahren die Idee dazu hatte und seit fünf Jahren klinische Studien durchführt. "Bisher konnten wir keine nennenswerten Nebenwirkungen des schonenden Verfahrens beobachten, und die Überlebenschancen bei einem Glioblastom verbessern sich eindeutig", sagt Jordan.

Der Biologe ist einer der Mitbegründer der noch jungen Disziplin der Nanomedizin. Dabei werden Wirk- und Botenstoffe mit Größen von einem bis zu hundert Nanometern (millionstel Millimetern) in den Körper eingebracht, in der Hoffnung, Krankheitsherde zielgenau zu bekämpfen.

Die meisten Ansätze stehen noch ganz am Anfang und werden allenfalls im Tierversuch erprobt. Die Berliner um Andreas Jordan dagegen sind in wenigen Jahren erstaunlich weit gekommen. Bei ihnen dreht sich alles um winzige Eisenpartikel, die bereits Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen wie Prostatakarzinomen, verschiedenen gynäkologischen Tumoren, Sarkomen und Speiseröhrenkrebs injiziert wurden. Die meiste Erfahrung haben die Forscher bisher beim Glioblastom gesammelt.

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