Krebskongress
„Biomarker“ treiben Tumortherapie

Die Entwicklung neuer Krebsmedikamente bleibt ein mühsames Geschäft. Das dürfte sich einmal mehr auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology (Asco) bestätigen, der am Wochenende in Chicago beginnt. Dort präsentieren die Pharmafirmen diesmal kaum neue Wirkstoffkandidaten, sondern konzentrieren sich auf mögliche neue Einsatzbereiche für ihre Wirkstoffe.

FRANKFURT. Für Furore könnte das von Merck (Darmstadt) und Imclone entwickelte Darmkrebsmedikament Erbitux sorgen, für das neue Daten aus einer Lungenkrebs-Studie präsentiert werden. Dass dieser Test positiv ausgefallen ist, hatte Merck bereits im vergangenen Jahr publiziert. Detaillierte Daten will das Unternehmen nun am Sonntag auf der Asco-Konferenz vorstellen.

Sollten diese wie erwartet sehr günstig ausfallen, könnte der Wirkstoff nach Einschätzung von Experten zu einem Standardmittel gegen Lungenkrebs werden. Das wäre insofern ein besonderer Erfolg, da die Therapie von Lungenkrebs bislang eine besonders große Herausforderung für die Krebsmedizin darstellt.

Die Karriere von Erbitux, das bereits seit 2004 vermarktet wird, ist dabei in mancher Hinsicht typisch für die Entwicklung neuer Krebsmedikamente. Grundlegend neue Wirkstoffe brauchen nach wie vor relativ lange in den klinischen Testphasen und erhalten ihre erste Zulassung in aller Regel nur für ein sehr beschränktes Einsatzspektrum.

Ihr volles Potenzial wie auch ihre Schwächen offenbaren die Produkte in aller Regel erst in zahlreichen Folgestudien in anderen Kombinationen oder Krebsarten. Das Nierenkrebsmedikament Nexavar von Bayer etwa zeigte gegen Leberkrebs eine gute Wirkung, versagte allerdings bei Lungenkrebs. Der US-Konzern Lilly legte unterdessen für sein Lungenkrebsmittel Alimta Daten vor, die nun auch für einen frühzeitigeren und längeren Einsatz des Wirkstoffes sprechen.

Insgesamt schaffen es neue Substanzen nur sehr langsam auf den Markt. Seit der letzten Ascao-Konferenz wurde praktisch kein einziger gänzlich neuer Wirkstoff zugelassen. Seit Anfang des Jahrzehnts bewältigte immerhin ein gutes Dutzend solcher Substanzen die Zulassungshürde. Sie stehen damit als Bausteine für neue Therapien zur Verfügung und bieten damit eine Vielzahl an neuen Kombinationsmöglichkeiten. Weitere 25 bis 30 neue Substanzen könnten nach Prognosen des Marktforschers IMS Health im Laufe der nächsten fünf Jahren Marktreife erlangen. Nach Daten des amerikanischen Pharma-Verbandes befinden sich alleine in den USA derzeit etwa 750 Wirkstoff-Kandidaten in der klinischen Entwicklung.

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