Krebsmittel Erbitux erhält EU-Zulassung
Biotech-Wirkstoff bekämpft Darmkrebs

shf FRANKFURT. Das von der Darmstädter Merck KGaA und der amerikanischen Firma Imclone entwickelte Mittel gehört zur Gruppe der monoklonalen Antikörper und zeichnet sich dadurch aus, dass es relativ spezifisch an einem bestimmten Oberflächenmolekül von Krebszellen (dem EGFR-Rezeptor) angreift. Dadurch kann das Wachstum der Tumorzelle gehemmt werden.

Zugelassen wurde Erbitux für die Anwendung in Kombination mit dem herkömmlichen Krebsmittel Irinotecan bei Darmkrebspatienten, bei denen eine Chemotherapie versagt hat. „Erbitux hat seine Wirksamkeit bei den besonders schwierig zu behandelnden Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung bewiesen“, sagte der britische Arzt David Cunningham, der an einer der maßgeblichen Studien mitgewirkt hatte. Darmkrebs gilt als dritthäufigste Krebsart.

Viele Mediziner gehen davon aus, dass der biotechnisch hergestellte Wirkstoff auch bei einer Reihe anderer Krebsarten die Überlebenszeit verlängern kann. So zeigte Erbitux in klinischen Studien inbesondere bei Hals- und Kopftumoren eine sehr gute Wirkung in Kombination mit einer Strahlentherapie. Auch bei der Behandlung von Lungenkrebs zeigten sich Vorteile.

Mit Erbitux sind hohe Umsatzerwartungen verbunden, die die Aktienkurse der beteiligten Firmen in den vergangenen Tagen und Wochen auf neue Höchststände trieben. Merck will Erbitux nun in allen 25 Staaten der EU sowie in Norwegen und Island anbieten. In der Schweiz ist das Mittel bereits seit Dezember und in den USA seit Februar erhältlich.

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