Krebspatienten mit Strahlenschutzpass
Radioaktive Körnchen bestrahlen Tumor von innen

Immer mehr Kliniken bieten Patienten mit Prostatakrebs inzwischen Alternativen zur Operation. Eine von ihnen ist die so genannte Seed-Therapie, bei der radioaktive Körnchen den Tumor von innen zerstören.

FRANKFURT. In der Osnabrücker Paracelsus-Klinik bekommen einige Patienten bei der Entlassung einen Strahlenschutzpass. Das sind Patienten mit Prostatakrebs, die mit Hilfe von radioaktiven Körnchen behandelt werden. Bei der so genannten Seed-Therapie werden radioaktive Teilchen in der Größe von Grassamen (engl: Seeds) in das erkrankte Organ implantiert, die in den folgenden Wochen den Tumor aus nächster Nähe bestrahlen.

Die Seeds bestehen aus Iod-125 oder Palladium-103. Beide Substanzen geben niederenergetische Gammastrahlen ab – Röntgenstrahlen mit einer niedrigen Reichweite. Der radioaktive Kern wird von einer Kapsel aus Titan umschlossen, einem Metall, das vom menschlichen Gewebe besonders gut vertragen wird. Die Mini-Implantate werden nach dem Eingriff nicht mehr aus dem Körper entfernt. Wegen der von ihnen ausgehenden radioaktiven Strahlung muss der Patient daher ungefähr zwei Jahre lang den Strahlenschutzausweis mit sich führen.

Allerdings lässt die Strahlung mit der Zeit nach. Iod-125 und Palladium-103 haben eine Halbwertszeit von 60 Tagen. „Nach einem Dreivierteljahr kann mit herkömmlichen Messgeräten keine Strahlung mehr nachgewiesen werden“, sagt Stefan Machtens, der die Methode im Jahr 2000 an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erstmals in Deutschland einsetzte.

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