Kreuzallergien

Eine kleine Gemeinheit der Natur

Viele  Pollenallergiker leiden unter sogenannten Kreuzallergien: Sie vertragen auch Früchte wie Kirschen oder Äpfel nicht. Mediziner rätseln noch, warum die Zahl der Betroffenen in letzter Zeit deutlich angestiegen ist.
Wer eine Allergie gegen Pollen hat, kann leicht auch auf bestimmte Obstsorten allergisch reagieren. Quelle: dpa
Pollenallergie

Wer eine Allergie gegen Pollen hat, kann leicht auch auf bestimmte Obstsorten allergisch reagieren.

(Foto: dpa)

MönchengladbachMarina Oppermann kauft mit dem Rotstift im Kopf ein: Nektarinen, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und Äpfel gehen für sie nicht. Vor allem von rohen Äpfeln bekommt sie richtig Schnupfen und Husten.

Die 33-Jährige ist allergisch auf Birkenpollen. Sie reagiert aber gleichzeitig auf Lebensmittel, die scheinbar nichts mit der Birke zu tun haben: Stein- und Kernobst und auch Haselnüsse. Das ganze Jahr über, auch wenn keine Birkenpollen fliegen. Karotten sind ein Sonderfall: „Rohe Möhren gehen in der Pollenzeit nicht, in der pollenfreien Zeit geht es dann“, sagt Oppermann.

Was gegen Pollen hilft
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Allergietest

Die Nase läuft, die Augen sind gerötet - im Frühjahr liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass die Pollenallergie zugeschlagen hat. Doch statt einer Selbstdiagnose ist ein Allergietest sinnvoll, um Hausstaub-, Tierhaar- oder andere Allergien ausschließen zu können. Denn nur wer weiß, was er wirklich hat, kann die schlapp machenden Symptome auch richtig bekämpfen.

Allergien lassen sich sowohl durch einen Blut- also auch durch einen Hauttest feststellen. Den Bluttest führt auch der Hausarzt durch. Wird eine Pollenallergie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu Folgeschäden kommen. Das Weißbuch Allergie aus dem Jahr 2004 zeigte, dass bei 30 Prozent der Patienten innerhalb von zehn Jahren Asthma ausbrach.

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Aktueller Pollenflug

Zu wissen, was wann fliegt, erleichtert dem Allergiker seinen Alltag. Für den langfristigen Überblick helfen Portale wie pollenflug.de. Hier steht eine Jahresübersicht der Pollen-Flugsaison zur Verfügung. Berücksichtigt werden die Durchschnittsvorkommen der einzelnen Pollen, gemittelt aus den Daten des vergangenen Jahres. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die tagesaktuelle Berichterstattung, um zu erfahren, wie heftig die Pollen gerade in der Luft vertreten sind.

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Sport im Freien meiden

Sind die Pollen besonders heftig unterwegs, sollten Allergiker das Freie meiden. Vor allem Sport an der frischen Luft kann dann unangenehm werden. Während der Pollensaison werden daher eher Sportarten empfohlen, die in der Halle oder im Fitness-Studio stattfinden. Die Sportkleidung sollte erst vor Ort angezogen werden, da sie schon auf dem Weg zum Sport Pollen aufnehmen kann, die dann beim Training zur Belastung werden.

Auch sind Sportarten mit heftigen Belastungsphasen wie Basketball oder Fußball nicht zu empfehlen. Sinnvoller ist es, Ausdauersport zu betreiben.

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Urlaub in der Pollenzeit buchen

Nichts wie weg! Am besten lässt sich der Pollenflug in Regionen aushalten, wo es die kleinen Quälgeister gar nicht gibt. Generell gilt, dass Küsten und Hochgebirge (ab 1500 Meter) ideale Urlaubsziele für Pollenallergiker sind. Dort wachsen zwar Gräser, aber zumeist Sauer- oder Riedgräser, die in der Regel keine Beschwerden auslösen. Auch die Tropen sind für Allergiker gute Reiseziele.

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Achtung beim Autofahren

Kontakt zur Pollenluft lässt sich auch gut im Auto vermeiden - sofern die Fenster geschlossen bleiben und die Lüftung aus ist.

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Pollen in der Bude

Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um ein gutes Raumklima zu schaffen. Wer unter einer Pollen-Allergie leidet, sollte sich jedoch genau überlegen, wann er das Fenster aufreißt. Am Tag sollten die Fenster generell geschlossen bleiben. Ideal ist ein kurzes Lüften ab 23 Uhr.

Außerdem ist der Pollenflug von Region zu Region unterschiedlich. Auf dem Land ist die Konzentration vor allem am Morgen zwischen vier und sechs Uhr sehr hoch, in der Stadt eher am frühen Abend.

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Der richtige Staubsauger

Pollen können besonders hartnäckig sein, wenn sie sich in der Wohnung festsetzen. Regelmäßiges Putzen ist also wichtig. Allergiker sollten allerdings darauf achten, einen Staubsauger mit Feinstaubfilter zu besitzen, damit die frisch aufgesaugten Pollen nicht wieder durch die Wohnung wirbeln können.

Die Zahl der Pollenallergiker, die wie Marina Oppermann unter sogenannten Kreuzallergien leiden und auch auf bestimmte Lebensmittel reagieren, nimmt nach Einschätzung von Fachleuten zu. Nach Beobachtung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) reagiert bereits mindestens jeder zweite Pollenallergiker auf bestimmte Obst- und Gemüsearten. „Am liebsten würde man einmal mit der Zahnbürste den Rachen herunterfahren“, beschreibt DAAB-Sprecherin Sonja Lämmel das typische Kribbeln und Kratzen im Hals vieler Betroffenen.

Birke, Gräser, Beifuß und Traubenkraut sind demnach für Kreuzallergien auf bestimmtes Obst und Gemüse bekannt. Kleine Eiweißbausteine in den Pollen können beim Menschen Allergien auslösen. In bestimmten Obst- und Gemüsearten gibt es Allergieauslöser, die mit denen in den Pollen verwandt sind.

Sonja Lämmel nennt ein Beispiel: „Den Baustein in der Birke gibt es genauso in Möhre, Sellerie, Soja, Kern- und Steinfrüchten. Der Körper kann das nicht auseinanderhalten und reagiert auf beides.“

Kreuzallergien können das ganze Jahr auftreten
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