Künstliche Intelligenz in der Medizin : OP von Dr. Roboter

Künstliche Intelligenz in der Medizin
OP von Dr. Roboter

Viele Deutsche würden sich auch von einem Roboter operieren lassen, zeigt eine aktuelle Studie. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist offen für die Revolution der Medizin durch künstliche Intelligenz – mit Einschränkungen.
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DüsseldorfBislang legten Patienten ihr Schicksal in die Hände von Ärzten und Chirurgen. Das könnte sich in Zukunft ändern. Denn Roboter und künstliche Intelligenz erhalten schnell Einzug in das deutsche Gesundheitswesen – zumindest wenn es nach vielen Deutschen geht. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung PwC mit 11.000 Befragten aus zwölf Ländern sind 41 Prozent offen, eine Untersuchung durch einen Roboter durchführen zu lassen. 43 Prozent wären sogar zu kleineren Eingriffen wie Augenoperationen bereit. Nur ein Viertel der Befragten lehnte die Vorstellung künstlicher Intelligenz in der Medizin grundsätzlich ab.

Die Möglichkeiten von Robotik und künstlicher Intelligenz zur Diagnose und Behandlung sind bereits vielfältig. So ist eine verbesserte Diagnostik bei Brustkrebs im Frühstadium und bei Herzerkrankungen durch spezielle Tragewesten und Apparate möglich. Gesundheits- und Diabetes-Apps haben sich längst in den Köpfen festgesetzt. Das könnte dazu beigetragen haben, dass die Skepsis der Deutschen gegenüber solchen „New Health“-Trends abflacht.

In Mecklenburg-Vorpommern war die Zustimmung für Beratung und Anleitung durch künstliche Intelligenz mit 58 Prozent besonders hoch ausgefallen. Dies könnte laut der Studie damit zusammenhängen, dass die Bevölkerungsdichte dort relativ niedrig ist und nicht alle schnell Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Der Einsatz künstlicher Intelligenz hat jedoch Grenzen, auch das zeigen die Studienergebnisse. Die neuen Methoden werden nur akzeptiert, wenn sie schneller und genauer sind als traditionelle Verfahren. Zum anderen sind nicht alle so offen gegenüber Robotik und künstlicher Intelligenz in der Medizin wie der Durchschnitt der von PwC Befragten. Männer stehen den neuen Möglichkeiten tendenziell offener gegenüber als Frauen. Auch die ältere Generation ist skeptischer als die der 18 bis 24-Jährigen.

Der „menschliche Touch“ bleibe daher nach wie vor wichtig, erklärt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen bei PwC Deutschland. Technik solle den Arzt nicht ersetzen, ihm aber mehr Aufgaben abnehmen und zur rechten Hand werden.

Lösungen für Roboter-basiertes Röntgen sind beispielsweise seit knapp zwei Jahren auf dem deutschen Markt. Bei minimalinvasiven Operationen kommt ausserdem seit langer Zeit „Da Vinci“ zum Einsatz: Der Roboter hat vier Arme, die der Arzt über eine Kontrollkonsole steuert. Ein 3D-Monitor liefert dem Arzt zeitgleich Bilder über die Bewegung der Arme, was eine präzise Steuerung der Instrumente möglich macht.

Nach dem World Robotics Report des internationalen Robotik-Verbandes IFR wurden allein 2015 auf der Welt mehr als 1.300 Medizinroboter verkauft. Für den Zeitraum 2016 bis 2019 erwartet der Verband einen Absatz von 5.200 Einheiten. Experten schätzen die Entwicklung weiter positiv ein.

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