Künstliche Lunge
Lebensretter im Kofferformat

Bis zu 200 Kilogramm wiegt ein herkömmliches Herz-Lungen-Gerät, ein Lieferwagen müsste es transportieren. Dank Miniaturisierung könnte sich das jetzt ändern. Mobile Herz-Lungen-Maschinen sollen den Krankentransport revolutionieren.

MÜNCHEN. Das Problem ist bekannt – es wiederholt sich beinahe täglich in Deutschland. Ein Patient kommt mit akuten Herzbeschwerden in ein Krankenhaus. Die Situation ist kritisch, eine Verlegung zu einem Herzspezialisten notwendig. Doch der Transport ohne eine Herz-Lungen-Unterstützung ist riskant, der Einsatz der lebensrettenden Maschine aber bislang nicht möglich. Bis zu 200 Kilogramm wiegt ein herkömmliches Gerät, ein Lieferwagen müsste es transportieren. Dank Miniaturisierung könnte sich das jetzt ändern.

„Wir wollen die Technik zu den Patienten bringen“, verspricht Manfred Salat, Chef der Münchener Firma Lifebridge. Vier Jahre lang hat das Unternehmen an einer mobilen Herz-Lungen-Maschine gearbeitet, nun ist das koffergroße Gerät praktisch marktreif. Nach einem erfolgreichen Patientenversuch im Berliner Herzzentrum wollen nun sechs deutsche Universitätskliniken sowie die Uniklinik Basel das Gerät in einem Pilotversuch testen.

Klein, mobil und leicht zu bedienen: Das sind die Anforderungen, die Hersteller wie Lifebridge erfüllen müssen. Seit Jahren wünschen sich Herzchirugen und Notfallärzte ein System, das die herkömmliche Herz-Lungen-Maschine auf die Größe eines Reisekoffers schrumpft. Ärzte der Universitätsklinik Regensburg arbeiten seit einiger Zeit mit einem solch kompakten Gerät, das sie selbst entwickelt haben. MECC, Minimized Extra Corporeal Circulation heißt ihre Variante, die gerade einmal 10 Kilogramm wiegen soll. Erst jüngst hatte der Lebensretter seinen ersten Helikoptereinsatz: So konnte eine Patientin mit Hirnblutung von einem kleineren Krankenhaus in die Universitätsklinik verlegt werden.

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