Kurzpuls-Laser
Schnell und schmerzfrei

Bei Augen-Operationen wird er schon seit Jahren eingesetzt: Der Femtosekunden-Laser ist in der Medizin sehr beliebt, weil er Gewebe sehr präzise und schonend trennen kann. Doch der Fortschritt hat seinen Preis - der für die Industrie noch zu hoch ist.

KÖLN. Jörg Hassel erinnert sich noch genau an seine Augen-OP vor dreieinhalb Jahren: "Schnell und absolut schmerzfrei" sei sie gewesen, berichtet er, bis heute kann er ohne Brille scharf sehen. Hassel war einer der ersten Patienten, die der Münchener Augenarzt Thomas Neuhann mit seinem neuen Femtosekunden-Laser behandelte - der Elektroingenieur ist bei dessen Augenklinik "Euro Eyes" als Techniker angestellt und hatte sich als Versuchsperson beworben.

Seit Dezember 2004 hat der neue Laser hier mehr als 4000 Patienten zu einem Leben ohne Brille verholfen. Eine Femtosekunde, das ist der billiardste Teil einer Sekunde. So kurz bündeln die neuen Laser Licht auf sehr kleinem Raum. Das erzeugt genügend Energie um damit Gewebe zu trennen. Aber nur genau der Bereich erwärmt sich, der operiert werden soll - das macht die Femto-Methode schonend und präzise.

Augenarzt Neuhann setzt die Technik auch zur Hornhaut-Transplantation ein. Die Korrektur beider Augen dauert ungefähr 20 Minuten. Wenn alles gut läuft, soll im August ein Femtosekunden-Laser der neuesten Generation in seiner Klinik bereitstehen.

Zu den wenigen Unternehmen, die bisher Femtosekunden-Laser herstellen, gehört die Firma Femtolasers Produktions GmbH in Wien. Bedarf für die Hightech-Laser sieht Vertriebschef Andreas Isemann vor allem in der Forschung: "Unsere Kunden sind momentan vor allem Universitäten in der ganzen Welt."

Erst langsam entdeckten auch Industriebetriebe das Potenzial der Technik für die besonders behutsame Materialbearbeitung: "Sie können mit den Femtosekunden-Lasern zum Beispiel an der Metalloberfläche sehr feine Schnitte machen. Weil das alles so schnell geht, kann sich die Wärme darunter nicht ausbreiten."

Isemann gibt jedoch die Kosten zu bedenken: "Die Preise für unsere Laser gehen im niedrigen sechsstelligen Euro-Bereich los und können bis zu einer halben Mill. Euro kosten." Solange es für die Industrie preiswertere Fertigungsmöglichkeiten gebe, werde man darauf zurückgreifen.

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