Lungenentzündung
Neuer Impfstoff soll Hunderttausende Kinder retten

Ein Impfstoff gegen die Erreger der tödlichsten Form von Lungenentzündung steht jetzt auch für Kinder in ärmeren Ländern zur Verfügung. Der Stoff wurde zum Auftakt einer globalen Impfaktion erstmals in Nicaragua gespritzt. Aus Deutschland kommt bisher wenig Unterstützung.
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dpa NEW YORK. Er beugt der Infektion mit Pneumokokken vor. Diese Bakterien verursachen außer Pneumonie auch Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis). Sie töten weltweit mehr als eine halbe Million Kinder im Jahr.

In Industrieländern wie Deutschland steht der Impfstoff schon seit zehn Jahren zur Verfügung, erläuterte die Leiterin der Globalen Allianz für Vakzine und Immunisierung (GAVI), Helen Evans, der Nachrichtenagentur dpa in New York. Nach dem Start in Managua sollen Kinder in 40 Entwicklungsländern geimpft werden. "Das Vakzin ist maßgeschneidert für einen Serotyp von Pneumokokken, der in diesen Ländern vorkommt", sagte Evans.

Die Allianz (GAVI), der auch die Weltgesundheitsorganisation und das UN-Kinderhilfswerk Unicef angehören, finanziert die Aktion so weit, dass die armen Länder nur noch 3,50 Dollar (2,65 Euro) pro Impfung dazugeben müssen. Das ist etwa ein Zehntel der Kosten in reichen Ländern. "Auf jedes Kind, das in einem Industrieland an Pneumokokken stirbt, kommen 2000 Kinder in Entwicklungsländern", berichtete Evans. "Das können wir nicht dulden."

Nach Nicaragua hilft GAVI den Regierungen von Kenia, Sierra Leone, Jemen, Kongo, Mali und Honduras, landesweite Impfaktionen zu organisieren. Bisher hätten sich 19 Entwicklungsländer um das Pneumokokken-Vakzin beworben, sagte Evans. Weitere Anträge können bis Mai 2011 gestellt werden. GAVI arbeitet nur in Ländern mit einem Pro- Kopf-Einkommen von weniger als 1500 Dollar (1134 Euro) pro Jahr. Die Hilfsorganisation lebt vor allem von Spenden, sagte Evans. "Aus Deutschland bekommen wir bisher nur relativ wenig Unterstützung."

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