Magnetic Particle Imaging
Nanoteile liefern klare Bilder

Eine neue Diagnose-Technik beflügelt die Phantasie von Medizinern: Das Magnetic Particle Imaging (MPI) ermöglicht eine viel feiner strukturierte Darstellung anatomischer Strukturen als bisherige Verfahren. Tumore etwa lassen sich in nie dagewesener Detailgenauigkeit nachweisen.
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BERLIN. Das vom niederländischen Konzern Philips entwickelte MPI-Verfahren ist wesentlich empfindlicher als alle bisherigen Bildgebungs-Techniken. Es könnte gar die Darstellung anatomischer Strukturen auf zellulärer Ebene ermöglichen.

Im März präsentierten Forscher von Philips Research die ersten 3D-Bilder von einem schlagenden Herzen – wenn auch vorerst nur bei einer Maus. Winzige Eisenoxid-Partikel übernehmen dabei die Funktion von Reportern: Sie werden in das Gefäßsystem gespritzt und lassen sich durch den Aufbau magnetischer Felder genau orten. „Mit MPI kann man einzelne Nanopartikel direkt anschauen“, sagt Thorsten Buzug, Direktor des Instituts für Medizintechnik der Uni Lübeck. „Die Technik erreicht eine wesentlich höhere Auflösung als die im Klinikalltag gängige Magnetresonanztomographie.“

Das Lübecker Institut gehört zu den wenigen Forschergruppen, die das Scanner-System im Auftrag von Philips weiterentwickeln. Für die Arbeit an der Technik erhielt Buzug vergangenes Jahr den Innovationspreis Medizintechnik.

Auch Matthias Taupitz hält das Verfahren für zukunftsträchtig. „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend“, sagt der Radiologe, der an der Berliner Uniklinik Charité die Bildgebung mit Nanopartikeln erforscht. Ein solches System könne einen wichtigen Platz in der Diagnostik einnehmen. Allerdings hänge die technische Entwicklung stark von der Verfügbarkeit geeigneter Nanopartikel ab.

Noch steht Forschungsarbeit an: Bisher haben nur zwei Kontrastmittel auf Basis magnetischer Nanopartikel die Zulassung erhalten: Resovist von Bayer Schering und Endorem vom französischen Kontrastmittelspezialist Guerbet. Das Problem: Die Leber filtert beide Mittel schnell aus dem Blut. Interessant sind sie deshalb nur für die Diagnostik bestimmter Leberleiden. Bayer Schering hat Resovist sogar wegen zu geringer Nachfrage wieder vom Markt genommen. Und auch wenn Guerbet an einem weiteren Nano-Kontrastmittel für die Krebsdiagnostik arbeitet – die meisten großen Unternehmen haben die Forschungen auf dem Gebiet der Nanobildgebung eingestellt.

Universitäten und Forschungsinstitute arbeiten dagegen eifrig an der zweiten Generation der Nanoteilchen. Sie machen die Eisenpartikel noch kleiner, umhüllen sie mit speziellen Beschichtungen und koppeln verschiedene Moleküle an ihre Oberfläche. Das Potenzial ist groß: Würden die Winzlinge nur von definierten Zellen aufgenommen, ließen sich Krebszellen, Stammzellen oder Immunzellen auf ihrem Weg durch den Körper beobachten.

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