Masern
Die nächste Epidemie kommt bestimmt

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zur nächsten Masern-Epidemie kommt. Aus Anlass der europäischen Impfwoche wirbt Gesundheitsminister Hermann Gröhe deshalb: Lassen Sie Ihre Kinder impfen!

Berlin2017 könnte wieder ein Jahr der Masen-Epidemien in Deutschland werden. Nachdem bei diesem Thema im vergangenen Jahr etwas Ruhe eingekehrt war, warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin nun schon seit längerem wieder vor einer neuen Erkrankungswelle. Bereits Ende März war die Zahl der Masernfälle höher als im gesamten Jahr 2016. 410 Krankheitsfälle wurden an das RKI gemeldet, 85 mehr als im ganzen Vorjahr.

Grund genug für Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, die am heutigen Montag gestartete Impfwoche für einen dringenden Appell an die Eltern zu nutzen, ihre Kinder rechtzeitig gegen Masern impfen zu lassen: „Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung der Ärzteschaft, Schulen, Kitas, der Betriebe und natürlich auch der Familien, damit Masern in Deutschland der Vergangenheit angehören. Denn alle tragen gemeinsam Verantwortung dafür, die Masern auszurotten.“

Die letzten großen Erkrankungswellen in Deutschland hat es 2013 und 2015 gegeben: Vor zweit Jahren erkrankten deutschlandweit über 2400 Kinder und Erwachsene. 2013 wurden fast 1800 Erkrankungen gemeldet. Die Masernwelle 2015 sorgte vor allem in Berlin für Schlagzeilen. Denn dort allein gab es über 1200 Erkrankungen vor allem in Kiezen wie Prenzlauer Berg, in denen die Zahl der Impfverweigerer unter den Eltern besonders groß ist.

Debatte um die Impfung

Seit 2013 gab es immer wieder heftige Debatte darüber, ob Kinderkrippen und Kindergärten nicht das Recht haben müssten, ungeimpften Kindern den Besuch zu verweigern. Überzeugte Impfgegner mussten sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, sie gefährdeten nicht nur die Gesundheit ihrer eigenen Kinder, sondern auch die anderer Kinder und Erwachsener. Die Verweigerung der Impfung sei also genau genommen Körperverletzung. Die Forderung nach einer Impfflicht wurde laut, wie sie in der DDR gegolten hat.

Diese Debatten sind längst noch nicht ausgestanden und könnten im Lauf des Jahres wieder aufflammen, sollten die Vorhersagen des RKI eintreffen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will jedoch weiterhin von einer Impfpflicht nichts wissen. Er verweist stattdessen auf neue gesetzlichen Regelungen, die unter seiner Führung bereits in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht wurden. Nach dem Mitte 2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetzes muss heute bei allen Routineuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie den Jugendarbeitsschutzuntersuchungen der Impfschutz überprüft werden. Und Kitas haben inzwischen tatsächlich das gesetzlich verbriefte Recht, einen Nachweis über eine ärztliche Impfberatung zu verlangen, bevor sie ein neues Kind aufnehmen.

Beim Auftreten von Masern in einer Gemeinschaftseinrichtung wie Kita, Schule oder Hort können die zuständigen Behörden zudem ungeimpfte Kinder vorübergehend ausschließen. Außerdem können medizinische Einrichtungen die Einstellung von Beschäftigten vom Bestehen eines erforderlichen Impf- und Immunschutzes abhängig machen. Wirkung hat die neue Rechtslage aber bisher nur zum Teil entfaltet. „Die aktuellen Zahlen und die Masernausbrüche zeigen, dass wir immer noch zu große Impflücken haben“, gesteht Gröhe ein.

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