Maximale Lebenszeit

Können wir älter als 125 Jahre werden?

Können Menschen theoretisch unbegrenzt leben oder gibt es eine natürliche Obergrenze für die maximale Lebenszeit? Über diese Frage sind Forscher uneins. Eine aktuelle Studie dürfte die Diskussion weiter anheizen.
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Wie alt kann der Mensch maximal werden? Eine neue Untersuchung sorgt für Diskussionen. Quelle: dpa
Lebenserwartung

Wie alt kann der Mensch maximal werden? Eine neue Untersuchung sorgt für Diskussionen.

(Foto: dpa)

New YorkDie Lebenszeit des Menschen hat eine natürliche Obergrenze. Dies zumindest glauben US-Forscher nach der Analyse von umfassenden demografischen Daten aus mehr als 40 Ländern. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch jemals älter als 125 Jahre werde, sei extrem gering, schreiben sie im Fachblatt „Nature“.

Der Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock, James Vaupel, hält dagegen: Die Studie trage nichts bei zum wissenschaftlichen Verständnis davon, wie lange wir leben.

Was ist der Hintergrund des Forscherstreits? Seit dem 19. Jahrhundert ist die Lebenserwartung in den meisten Ländern der Welt kontinuierlich gestiegen. Lag sie bei Menschen, die im Jahr 1900 etwa in Frankreich geboren wurden, noch bei kaum mehr als 45 Jahren, werden im Jahr 2000 geborene Kinder ein durchschnittliches Alter von mehr als 75 Jahren erreichen.

Zehn Tipps für ein langes Leben
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Sich außer Atem bringen...

Eine Viertelstunde am Tag sollte ihr Herz richtig Arbeit bekommen. Gehen Sie Laufen oder Radfahren, so treiben Sie die Herzfrequenz am besten nach oben. Das ideale Level für diese Training liegt 50 Prozent über dem Ruhewert. Sport verringert das Risiko von Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Diabetes und Depression. Leistungssport hilft übrigens auch im Kopf fit zu bleiben. Studien zeigen, dass ältere Menschen, die sich viel bewegen, die Hirnsubstanz vor dem Schrumpfen schützen.

Bundesbürger trinken weniger Alkohol - Aber Weinkonsum gestiegen
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Das Gläschen Wein am Abend...

Rotwein in Maßen kann das Risiko für Herzkrankheiten senken. Wer sich etwas gönnen will, kann das Angenehme also mit dem Nützlichen verbinden, indem er abends ein Schlückchen Rotwein trink. Ein Gläschen wohlgemerkt - keine Flasche. Ideal ist ein Glas für Frauen, zwei für Männer.

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Der Körper liebt Routinen - geben Sie sie ihm...

Eine der besten Möglichkeiten, um körperlichen Stress zu vermeiden, ist Regelmäßigkeit: Zur selben Zeit aufstehen (auch am Wochenende), zur selben Zeit Mahlzeiten einnehmen (unabhängig von Feiertagen oder gesellschaftlichen Anlässen) und Sport treiben. Besonders danken wird Ihnen Ihr Körper Routinen für Schlafen, Essen, Bewegung und Medikamenteneinnahme, damit bleibt er im Gleichgewicht.

Wanderer
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Tun, was einem Spaß macht...

Hobbies zu pflegen ist wichtig - für Körper und Geist. Ob Klettern, Tanzen oder Schach spielen - leben Sie ihre Leidenschaften aus, tun Sie Dingen, die Ihnen Spaß machen, ob allein oder in der Gruppe entscheiden Sie. Probieren Sie öfter auch einmal neues aus, das hält die Begeisterungsfähigkeit aufrecht. Wer als Mittdreißiger gerne Fußball gespielt hat, entdeckt in den Fünfzigern vielleicht seine Leidenschaft fürs Schwimmen.

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Im Alltag öfter Durchatmen...

Was macht uns am meisten krank? Stress im Büro - das ist traurig, aber wahr. Daher überlegen Sie, wie Sie den Stress am Arbeitsplatz reduzieren können. Einfache Verhaltensregeln können die nervliche Belastung mindern, z.B. in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang machen; tief durchatmen - besonders vor unangenehmen Telefonaten. Nach Feierabend Frust lieber bei einer Jogging-Runde statt zwei Gläsern Bier abbauen. Oder überlegen Sie, was Sie zwischendurch aufmuntert und besuchen Sie einmal am Tag zu einem festen Zeitpunkt ihre Lieblingswebsite. Lächeln erlaubt - gerade im Büro!

Vielseitiges Grillvergnügen: Es muss nicht immer Fleisch sein
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Essen Sie gut...

Es ist nicht neu, aber die wenigsten von uns tun es: viel Obst und Gemüse essen - möglichst farbenfroh, also rote, gelbe und grüne Sorten mischen. Auch Tiefkühl-Gemüse enthält viele Vitamine. Fleisch und Wurst gehören auch auf den Speiseplan, aber nicht öfter als drei mal pro Woche. Zu viel Fleisch erhöht das Risiko für manche Herz-Kreislauferkrankungen. Mindestens drei Portionen Kaltwasserfisch pro Woche wie Lachs, Forelle, Heilbutt, Kabeljau oder Hering gehören stattdessen auf den Tisch.

Nacken, Nackenschmerzen
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Aufstehen und bewegen - gerade im Büro

Lange Sitzphasen führen zur Verspannungen und Kopfschmerzen und haben negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel - unabhängig davon, wie viel man sich insgesamt am Tag bewegt. Daher: Hinter hochkriegen und öfter mal zwischendurch aufstehen und bewegen, bewegen, bewegen...

Den Anstieg der Lebenserwartung um 30 Jahre innerhalb eines Jahrhunderts führen Experten vor allem auf medizinischen und technologischen Fortschritt zurück. Der habe zunächst die Säuglings- und Kindersterblichkeit eingedämmt, heute vor allem die Sterblichkeit im höheren Alter.

Nähern wir uns einem Lebenszeit-Limit?

Auch das maximale Alter zum Zeitpunkt des Todes ist in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen. Der Mensch mit dem bisher höchsten offiziell belegbaren Lebensalter ist die Französin Jeanne Calment, die 1997 mit 122 Jahren gestorben war. Doch wie geht es weiter? Nähern wir Menschen uns mittlerweile einem Lebenszeit-Limit, das nicht mehr überschritten werden kann? Oder können wir unter optimalen Bedingungen noch älter werden? Diese Frage ist bisher unbeantwortet.

Forscher um Jan Vijg vom Albert Einstein College of Medicine in New York analysierte nun Geburts- und Sterbedaten aus der Human Mortality Database, einer Sammlung von Populations- und Mortalitätsdaten aus vielen Ländern der Erde. Dabei wurde deutlich, dass der seit dem 20. Jahrhundert in den reichen Ländern der Welt andauernde Trend zu einem immer höheren Maximalalter mittlerweile abflacht und sich auf einer Plateauphase einpendelt – ganz ähnlich übrigens wie die durchschnittliche Lebenserwartung.

Ein auf den Beobachtungen erstelltes Datenmodell der Forscher sagt voraus, dass die Wahrscheinlichkeit eines 125 Jahre alten Menschen, ein weiteres Jahr zu überleben, auf 1 zu 10.000 sinkt. „Demografen und Biologen haben argumentiert, es gebe keinen Grund anzunehmen, dass der derzeitige Anstieg der maximalen Lebenspanne demnächst endet“, erläutert Studienleiter Vijg. „Aber unsere Daten sprechen dafür, dass das bereits geschehen ist, und zwar in den 1990er Jahren.“ Die Forscher gehen davon aus, dass ein Alter von 125 Jahren mit großer Sicherheit die absolute Obergrenze für den Menschen ist.

Max-Planck-Forscher kritisiert die Untersuchung
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