Medica-Neuigkeiten
Nichts geht ohne High-Tech

Wenn in den kommenden vier Tagen rund 130 000 Ärzte, Krankenpfleger, Schwestern und andere Fachbesucher auf die Düsseldorfer Medizinmesse Medica strömen, steht „Kollege Computer“ einmal mehr im Mittelpunkt.

dpa DÜSSELDORF. Nichts geht mehr ohne elektronisches High-Tech in Klinik und Arztpraxis. Die technischen Neuerungen, die bis 19. November etliche der insgesamt 4 200 Aussteller aus 67 Ländern auf dem „Weltforum der Medizin“ vorstellen, machen in vielen Fällen Diagnose und Therapie schneller und sicherer.

Viel mehr Sicherheit für Herzpatienten verspricht ein neues Versorgungskonzept mit einem Herzschrittmacher, der mittels integrierter Mini-Antenne und eines kleinen Zusatzgeräts am Gürtel des Kranken die aktuellen Herzdaten zur Fernüberwachung permanent überträgt. Eine ebenfalls neu entwickelte Software der Universität Bochum simuliert bei Hüftgelenkprothesen, wie sich nach Jahren das „Ersatzteil“ auf das gesamte Knochengerüst auswirken wird. Damit werde eine genauere Vorhersage zur Passform der Prothese möglich.

Eine Kombination aus einer holographischen Kamera, Lasertechnik und Computertomographie soll besser funktionierende und schönere Ergebnisse in der Mund-Kiefer-Chirurgie ermöglichen. Das Gerät zur dreidimensionalen Gesichtsvermessung wird derzeit an der Universitätsklinik Basel getestet und auf der Medica erstmals öffentlich präsentiert. Neu auf den Markt kommt eine Software, mit deren Hilfe neurologisch verursachte Störungen des Gesichtsfeldes, etwa nach einem Schlaganfall, zu Hause überwacht und sogar behandelt werden können.

Die Brustkrebsbehandlung soll künftig mit einer elektronischen Krankenakte verbessert werden, bei der Krankenhausarzt und niedergelassener Gynäkologe miteinander vernetzt sind. Beide können sich gleichzeitig über aktuelle Röntgenbilder informieren, ohne sie zeitaufwendig per Post zu versenden. Die „Mamma@kte.nrw“ wird zur Zeit in der Pilotregion Essen getestet.

Einen kinderleichten Hörtest für Babys stellt ein dänischer Hersteller am Rhein vor: Ein Ohrstöpsel, der in den Gehörgang eingeführt wird, und ein simpler Knopfdruck genügen für Ärzte, Geburtshelfer oder besorgte Eltern zur Früherkennung möglicher Hörschäden. Ein wenig mehr Komfort ans Klinikbett bringt schließlich ein elektronischer „Butler“, mit dessen Hilfe Patienten Fernsehen, Video, Internet oder Radio nutzen sowie Licht, Raumtemperatur und Fensterjalousien steuern können.

Größere Bequemlichkeit für die Patienten, die nach Schäden an der Halswirbelsäule rund 15 Monate lang in einem verschraubbaren Kopfring fixiert werden, verspricht das Ergebnis einer Designdiplomarbeit aus Schwäbisch-Gmünd. Das von zwei Studenten entwickelte Fixiergerät nutzt anstelle der Schrauben ein Kunststoffgitter an möglichst druckunempfindlichen Stellen des Kopfes, die auf der Basis von Computertomographien errechnet werden.

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