Medizin

Doktor Draculas Blutsauger

Bestimmte Bakterien machen Mücken resistent gegen die Erreger des gefährlichen Denguefiebers. Eine Forscherin sucht nach Wegen, Moskitos mit diesen Bakterien zu infizieren - und spart dabei auch nicht mit eigenem Blut.
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Die Insektenkundlerin Nguyen Thi Yen füttert Moskitos mit ihrem eigenen Blut. Die Insekten gelten als Hoffnungsträger im Kampf gegen den Erreger des gefährlichen Dengue-Fiebers. Quelle: ap

Die Insektenkundlerin Nguyen Thi Yen füttert Moskitos mit ihrem eigenen Blut. Die Insekten gelten als Hoffnungsträger im Kampf gegen den Erreger des gefährlichen Dengue-Fiebers.

(Foto: ap)

Tri Nguyen Island/VietnamIhr Spitzname ist „Doktor Dracula“ und ihre Haustiere sind Mücken: Die Insektenkundlerin Nguyen Thi Yen füttert die Moskitos mit ihrem eigenen Blut. Die schmerzhaften Stiche nimmt sie gerne in Kauf, denn ihre Lieblinge sind die große Hoffnung der Forscher im Kampf gegen die gefährlichen Dengue-Viren.

Die Mücken tragen die sogenannten Wolbachia-Bakterien in sich, die sie gegen den Dengue-Erreger weitgehend bis vollständig resistent machen. Wissenschaftler versuchen nun, Möglichkeiten zu finden, wie möglichst viele der Blutsauger mit diesen Bakterien infiziert werden können.

Die gefährlichsten Viren der Welt
EBOLA VIRUS
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Ebola-Virus

Das vorwiegend in Zentralafrika auftretende Ebola-Virus gehört zu den tödlichsten Krankheitserregern überhaupt. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben innerhalb von einer Woche nach dem Auftreten der ersten Symptome.

Marburg-Virus
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Marburg-Virus

Mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent ist der Erreger des Marburg-Fiebers ähnlich gefährlich wie das Ebola-Virus. Vergleichbar sind auch Krankheitsverlauf und Übertragungsweg: Beide Erreger werden auf den Menschen durch Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren übertragen.

Das Marburg-Virus wurde erstmals im Jahr 1967 bei Mitarbeitern eines Labors in Marburg festgestellt. Vermutlicher Ausgangspunkt der Erkrankung waren seinerzeit wohl infizierte Versuchstiere.

Lassavirus
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Lassa-Virus

Überträger des vor allem in Westafrika auftretenden Lassa-Virus ist ein Nagetier, die Natal-Vielzitzenmaus. Etwa 500.000 Menschen erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO am Lassa-Fieber, rund 5000 davon sterben. Gefährdet sind vor allem schwangere Frauen, da sich der Erreger gern in der Plazenta einnistet.

TigermückeTigermücke
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Dengue-Virus

Die Tigermücke ist einer der Erreger des durch Viren hervorgerufenen Dengue-Fiebers. Die Krankheit ähnelt meist einer schweren Grippe, kann aber auch in ein hämorrhagisches Denguefieber ausarten, bei dem schwere innere Blutungen schließlich zum Tod führen. Die WHO schätzt, dass bis zu 100 Millionen Menschen pro Jahr an Denguefieber erkranken, rund 20.000 davon sterben.

Hantaviren
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Hanta-Virus

Während des Koreakrieges erkrankten rund 3000 US-Soldaten im Gebiet des südkoreanischen Hantan-Flusses an einem bis dahin unbekannten Erreger, der Fieber und im schlimmsten Fall Nierenversagen verursachte. Heute zählen Hantaviren zu den am weitesten verbreiteten Krankheitserregern, sie sind praktisch weltweit zu finden. Die meisten Infektionen mit den durch Nagetiere übertragenen Viren verlaufen allerdings glimpflich.

Gelbfieber
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Gelbfieber-Virus

Obwohl es einen Impfstoff gibt, erkranken pro Jahr noch immer mehrere hunderttausend Menschen an Gelbfieber. Die Viren werden durch Stechmücken übertragen. In schweren Fällen kann es zu Leberschäden und Störungen der Blutgerinnung kommen. Die WHO schätzt, dass etwa 30.000 Menschen pro Jahr an Gelbfieber sterben.

Mit dem Dengue-Virus stecken sich jährlich etwa 390 Millionen Menschen an, überwiegend in Asien. Der Erreger kann ein hämorrhagisches Fieber, das sogenannte Denguefieber, auslösen. Diese Krankheit endet oft tödlich; es gibt keine Therapie dagegen, nur die Symptome können behandelt werden.

Übertragen wird das Virus von bestimmten Moskitos, vor allem von der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti). Gerade diese Mücken tragen von Natur aus keine Wolbachia-Bakterien in sich - obwohl das Bakterium bei sehr vielen Insekten nachgewiesen werden kann.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich der australische Wissenschaftler Scott O'Neill mit dem Wolbachia-Bakterium. O'Neill lehrte früher an der Yale-Universität im US-Staat Connecticut, seit mehreren Jahren schon ist er Dekan der Monash-Universität in Melbourne. Einer seiner Studenten fand heraus, wie Wolbachia Mücken übertragen werden kann, die das Bakterium nicht in sich tragen.

Diese Insekten geben es dann künftigen Generationen weiter. Der Vorteil: Mit Wolbachia infizierte Insekten sterben zum einen früher als andere, zum anderen hemmt das Bakterium die Übertragung von Dengue-Erregern. „Bei einem Moskito mit Wolbachia können sich Dengue-Viren nicht entwickeln“, erklärt O'Neill. „Und wenn sich die Viren nicht entwickeln, können sie auch nicht übertragen werden.“

Sogar im Schlaf denkt sie an Mücken
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