Medizin
Im Kampf gegen Malaria droht ein Rückschritt

Im vergangenen Jahrzehnt hat die Malaria viel von ihrem Schrecken verloren, die Sterblichkeitsrate sank deutlich. Jetzt sind die Fortschritte jedoch bedroht, denn die Erreger werden zunehmend resistent gegen Medikamente.
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Kanchanaburi/BangkokDie sechsjährige Maeo hält heroisch ihren Finger zur Blutabnahme hin, ein schneller Piks, ein bisschen Blut. Wenig später Aufatmen in der Malaria-Klinik in Tai Muang in Thailand im Grenzgebiet zu Birma: Maeo ist gesund.

Vier Wochen zuvor kam sie mit Malaria in die Klinik. Die Medikamente haben also gewirkt. Das ist längst nicht bei allen so: Immer öfter kommen Patienten, die auf Artemisinin-haltige Präparate nicht mehr ansprechen.

Malaria wird von einzelligen Parasiten, den Plasmodien, hervorgerufen. Die Erreger werden durch den Stich der Anopheles-Mücke auf Menschen übertragen. In vielen Fällen wirkt Artemisinin nicht mehr im Kampf gegen Malaria. Das alarmiert Experten weltweit und gefährdet die bisherigen Erfolge gegen die Killerkrankheit.

„Die aufkommende Artemisinin-Resistenz ist ein akutes Problem“, warnten die Teilnehmer einer großen Malaria-Konferenz unlängst in Sydney. „Die Folgen können erheblich sein: Nach Modellrechnungen schätzen wir, dass die Sterblichkeit durch Malaria weltweit um 25 Prozent steigen könnte. Der Produktivitätsverlust könnte bis zu vier Milliarden Dollar im Jahr betragen.“

Die neue Gefahr geht von zwei Gebieten in Thailand und Kambodscha aus. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Parasiten ausbreiten“, sagt Charles Delacollette, der bis vor kurzem das Malaria-Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Mekong-Region leitete. Das Horrorszenario: Die resistenten Parasiten breiten sich über Birma und Indien bis nach Afrika aus. Dort ist das Problem am größten. 660.000 Menschen sterben jedes Jahr an Malaria, 90 Prozent davon in Afrika. Bei Kindern unter fünf Jahren ist es die Haupttodesursache.

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Schlechte Ersatzmedikamente fördern die Resistenz

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