Medizin
Neue Waffen gegen die Tuberkulose

Über Jahrhunderte raffte die Tuberkulose Millionen Menschen hinweg. Einen Impfstoff oder ein Heilmittel gab es nicht. Doch jetzt wecken Forscher neue Hoffnungen: Vielleicht haben sie einen Weg gefunden, um den Bazillus zu stoppen.
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DÜSSELDORF. Schwindsucht. Dieses traurig-schöne Wort steht für das langsame Hinsiechen, das „Schwinden“ der Lebenskraft, den Tod. Sie war für Generationen von Europäern die Krankheit schlechthin. Auch in der Literatur, in Thomas Manns „Zauberberg“ etwa, rafft sie immer wieder die Besten dahin. Und obwohl der Erreger Mycobacterium tuberculosis schon 1882 von Robert Koch entdeckt wurde, tötet er noch immer.

Aber eine schlagkräftige Waffe gegen das Bakterium steht endlich in Aussicht: eine wirksame Impfung. Jüngst wurde eine Reihe von Impfstoffen entwickelt, die in unterschiedlichen Stadien der klinischen Erprobung stehen und Anlass zur Hoffnung geben.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist etwa ein Drittel der Erdbevölkerung mit Tuberkulose infiziert. Die Krankheit bricht meist nicht aus. Dennoch starben im vergangenen Jahr weltweit zwei bis drei Millionen an der Krankheit – zum größten Teil in Entwicklungsländern. Tendenz steigend.

Als Ursachen für die wachsende Verbreitung der Krankheit nennt die WHO das Auftauchen von Erregern, die auf herkömmliche Medikamente nicht mehr reagieren, die Schwächung der körpereigenen Abwehr durch Aids und mangelnde medizinische Versorgung. Vor allem aber fehlt seit Jahren eine vorbeugende Impfung, eine der effektivsten Maßnahmen gegen jede Infektionskrankheit. Der einzige, seit Jahrzehnten eingesetzte Impfstoff, der aus dem verwandten Erreger der Rindertuberkulose hergeleitet ist, wirkt nur noch bei Kleinkindern. Für die häufigste Form, die Lungentuberkulose Erwachsener, ist er untauglich geworden.

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