Medizin Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo

Die gefürchtete Ebola-Erkrankung ist erneut im Kongo ausgebrochen. Behörden und Weltgesundheitsorganisation versuchen, die Krankheit einzudämmen.
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Der Erreger versucht eine lebensbedrohliche Fieber-Erkrankung. Quelle: dpa
Ebola-Virus

Der Erreger versucht eine lebensbedrohliche Fieber-Erkrankung.

(Foto: dpa)

BerlinEin neuer Ausbruch gefürchtete Ebola-Erkrankung weckt ungute Erinnerungen an die verheerende Epidemie in vor einigen Jahren. Die Behörden vor Ort versuchen zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, einen großflächigen Ausbruch des gefährlichen Virus‘ zu verhindern.

Zwei Fälle von Ebola seien in der Provinz Äquator im Nordwesten des Landes bestätigt worden, teilte das kongolesische Gesundheitsministerium mit. Am Mittwoch soll ein Expertenteam des Ministeriums im Ort Bikoro eintreffen, um den Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen.

Ebola gehört zu den Erkrankungen, die als hämorrhagisches – das heißt: mit Blutungen einhergehendes – Fieber bezeichnet werden. Die durch Viren ausgelöste Krankheit verursacht hohes Fieber, typisch sind zudem innere Blutungen wie auch Einblutungen ins Gewebe.

Die gefährlichsten Viren der Welt
EBOLA VIRUS
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Ebola-Virus

Das vorwiegend in Zentralafrika auftretende Ebola-Virus gehört zu den tödlichsten Krankheitserregern überhaupt. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben innerhalb von einer Woche nach dem Auftreten der ersten Symptome.

Marburg-Virus
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Marburg-Virus

Mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent ist der Erreger des Marburg-Fiebers ähnlich gefährlich wie das Ebola-Virus. Vergleichbar sind auch Krankheitsverlauf und Übertragungsweg: Beide Erreger werden auf den Menschen durch Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren übertragen.

Das Marburg-Virus wurde erstmals im Jahr 1967 bei Mitarbeitern eines Labors in Marburg festgestellt. Vermutlicher Ausgangspunkt der Erkrankung waren seinerzeit wohl infizierte Versuchstiere.

Lassavirus
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Lassa-Virus

Überträger des vor allem in Westafrika auftretenden Lassa-Virus ist ein Nagetier, die Natal-Vielzitzenmaus. Etwa 500.000 Menschen erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO am Lassa-Fieber, rund 5000 davon sterben. Gefährdet sind vor allem schwangere Frauen, da sich der Erreger gern in der Plazenta einnistet.

TigermückeTigermücke
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Dengue-Virus

Die Tigermücke ist einer der Erreger des durch Viren hervorgerufenen Dengue-Fiebers. Die Krankheit ähnelt meist einer schweren Grippe, kann aber auch in ein hämorrhagisches Denguefieber ausarten, bei dem schwere innere Blutungen schließlich zum Tod führen. Die WHO schätzt, dass bis zu 100 Millionen Menschen pro Jahr an Denguefieber erkranken, rund 20.000 davon sterben.

Hantaviren
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Hanta-Virus

Während des Koreakrieges erkrankten rund 3000 US-Soldaten im Gebiet des südkoreanischen Hantan-Flusses an einem bis dahin unbekannten Erreger, der Fieber und im schlimmsten Fall Nierenversagen verursachte. Heute zählen Hantaviren zu den am weitesten verbreiteten Krankheitserregern, sie sind praktisch weltweit zu finden. Die meisten Infektionen mit den durch Nagetiere übertragenen Viren verlaufen allerdings glimpflich.

Gelbfieber
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Gelbfieber-Virus

Obwohl es einen Impfstoff gibt, erkranken pro Jahr noch immer mehrere hunderttausend Menschen an Gelbfieber. Die Viren werden durch Stechmücken übertragen. In schweren Fällen kann es zu Leberschäden und Störungen der Blutgerinnung kommen. Die WHO schätzt, dass etwa 30.000 Menschen pro Jahr an Gelbfieber sterben.

Für die Betroffenen besteht akute Lebensgefahr, zudem ist das Ansteckungsrisiko sehr hoch. Nach WHO-Angaben sterben bei Ebola je nach Virus-Typ 25 bis 90 Prozent der Infizierten. Ein Heilmittel existiert nicht, allerdings gab es in jüngerer Zeit erste Ansätze für eine Schutzimpfung.

Vor der jetzt erfolgten Bestätigung des Ebolas-Ausbruchs hatte die örtliche Gesundheitsbehörde von 21 Fällen von hämorrhagischem Fieber sowie 17 Todesfällen in der Provinz berichtet. Ob diese Fälle auf das Ebola-Virus zurückgehen, konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Die WHO arbeitet nach eigenen Angaben eng mit der kongolesischen Regierung zusammen, um den Ausbruch einzudämmen. Experten der WHO sowie der Organisation Ärzte ohne Grenzen und der örtlichen Gesundheitsbehörde seien bereits in den Ort Bikoro gereist.

Im Kongo kommt es immer wieder zu Ebola-Erkrankungen. So starben im vergangenen Jahr bei einem Ausbruch der Krankheit vier Menschen. Damals erlaubte die Regierung den Einsatz eines noch nicht offiziell zugelassenen Impfstoffs.

Die Impfung war bereits mit Erfolg gegen Ende der verheerenden Ebola-Epidemie in den Jahren 2014 und 2015 eingesetzt worden. Bei dem Ausbruch starben seinerzeit in Liberia, Guinea und Sierra Leone rund 11.000 Menschen.

  • tt
  • dpa
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