Medizin-Nobelpreisträgerin Françoise Barré-Sinoussi
Bescheidene Erstautorin

Während sich die Aidsforscher Luc Montagnier und Robert Gallo lautstark um die Erstentdeckung des Aidserregers stritten, hielt sich Françoise Barré-Sinoussi bescheiden im Hintergrund. Dabei kann sich die Französin rühmen, das tückische Virus erstmals in einem wissenschaftlichen Beitrag beschrieben zu haben. Doch laute Töne liegen der vielfach ausgezeichneten Forscherin nicht.

dpa PARIS. Die Aidsforscherin Françoise Barré-Sinoussi kann sich rühmen, Erstautorin des wissenschaftlichen Beitrags zu sein, in dem die Entdeckung des Aidserregers HIV beschrieben ist. Der Öffentlichkeit ist sie bislang jedoch weitgehend unbekannt. Ihr Kollege Luc Montagnier sei eben stets selbstbewusster aufgetreten, sagt die Berliner Virus-Forscherin Karin Mölling vom Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, die mit den beiden zusammenarbeitete. Die 61-Jährige gelte als sympathisch, bescheiden und zurückhaltend.

Barré-Sinoussi studierte in Paris Biochemie und Virologie. Ein Stipendium führte sie in den 70er Jahren an das US-amerikanische Nationale Krebsinstitut (NCI). 1975 ging sie zum Französischen Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (INSERM). Seit 1988 leitet sie ein eigenes Labor am Pariser Grundlagenforschungszentrum Institut Pasteur. Als Direktorin der Forschungsabteilung „Regulierung von retroviralen Infektionen“ beschäftigt sie sich nach wie vor mit Studien zu HIV-Infektionen.

Barré-Sinoussi verfasste als Autorin und Co-Autorin mehr als 220 wissenschaftliche Aufsätze und 120 Beiträge für Bücher. Für ihre Forschungen bekam sie bereits vor dem Nobelpreis etliche Auszeichnungen - unter anderem den Förderpreis für die Europäische Wissenschaft der Körber-Stiftung (1986). Zwischen 1988 und 1998 arbeitete Barré-Sinoussi an der - bislang erfolglosen - Suche nach einem Impfstoff gegen HIV mit.

Die Entdeckung des HI-Virus Anfang der 80er Jahre habe den Grundstein für intensive Forschungsarbeiten gelegt, betonte der französische Präsident Nicolas Sarkozy in seinem Glückwunschschreiben. „Heute profitieren Mio. von Menschen auf der ganzen Welt von den Behandlungen."

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