Medizin
Stammzellen aus der Sprühdose

Stammzellen gelten bei der Therapie vieler Krankheiten als die Wunderwaffe der Zukunft. In der Rostocker Herzchirurgie wird nun ihr Einsatz bei Herzklappen-Operationen getestet. Dazu nutzen die Mediziner ein spezielles Sprühsystem.
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ROSTOCK. Stammzellen aus der Sprühdose sollen künftig Menschen mit Herzklappenfehlern helfen. Das zumindest hoffen Rostocker Mediziner. Körpereigene Stammzellen sind ein Schlüssel zu vielen Regenerationsprozessen. Derzeit arbeiten die Rostocker Forscher an einem „visionären“ System, um mit Stammzellen Herzklappen-Operationen erfolgreicher und risikoärmer zu gestalten – mit Hilfe eines medizinischen Sprühsystems, das bereits in der Wundversorgung eingesetzt wird.

„Ziel ist, dass die Klappen schnell vom Körper akzeptiert werden, einwachsen und nicht so schnell altern“, erläutert Oberarzt Alexander Kaminski. Wenn eine neue Herzklappe als körpereigen akzeptiert ist, wächst sie mit, was herzkranken Kindern viele Folgeoperationen ersparen kann.

Denn auch wenn Herzklappen jährlich in Deutschland mehr als 20 000 Mal operiert werden, gibt es Probleme wie Infektionen, Blutgerinnsel oder Alterungsprozesse. Im Schnitt halten Klappen, die meist aus Rinder- oder Schweine-Material bestehen, etwa acht bis 15 Jahre, bevor sie erneuert werden müssen.

Die Rostocker Mediziner haben nun als erstes Forscherteam weltweit ein Schnellverfahren mit Stammzellen entwickelt. In einer Sprühdose sind der natürliche menschliche Gewebekleber Fibrin und die zuvor entnommenen Stammzellen. „Wir brauchen vier Stunden, bis die Stammzellen nach der Entnahme aufbereitet sind, das Fibrin ist in 20 Minuten vorhanden“, erklärt Kaminski.

Das alles geschieht im Operationssaal, so kann das Infektionsrisiko erheblich reduziert werden. In bisherigen Forschungsarbeiten wurden Herzklappen eingesetzt, die über mehrere Tage mit patienteneigenen Zellen bebrütet und erst dann ins Herz implantiert wurden.

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