Medizin und Haare

Kopfhaut-Bakterien beeinflussen Schuppenbildung

Schuppen sind an sich harmlos. Doch vielen Menschen ist es unangenehm, wenn permanent kleine Hautschuppen auf ihre Schultern rieseln. Forscher könnten einer Lösung des lästigen Problems näher gekommen sein.
Bakterien auf der Kofhaut sind offenbar mitverantwortlich für die Bildung von Schuppen. Quelle: dpa
Schuppen durch Kopfhaut-Bakterien

Bakterien auf der Kofhaut sind offenbar mitverantwortlich für die Bildung von Schuppen.

(Foto: dpa)

ShanghaiBestimmte Bakterien auf der Kopfhaut fördern offenbar die Entstehung von Schuppen. Dies berichten chinesische Wissenschaftler nach einer genauen Untersuchung möglicher Einfluss-Faktoren im Fachblatt „Scientific Reports“. Vielleicht, so ihr Ansatz, ließen sich die Schuppen durch eine gezielte Beeinflussung der Bakterien auf dem Kopf beseitigen oder zumindest bessern.

Die Wissenschaftler um Zhijue Xu von der Shanghai Jiao Tong University hatten insgesamt 59 Männer und Frauen auf zwei Gruppen verteilt: in die eine Gruppe kamen die Schuppen-Geplagten, in die andere die Probanden mit weitgehend unproblematischer Kopfhaut.

Zehn Mythen über Haarausfall
Bruce1
1 von 10

Männer mit Glatze sind besonders potent

Falsch – auch wenn das die betroffenen Männer gerne behaupten. Richtig ist: Erblich bedingt gibt es Männer, deren Haarwurzeln empfindlicher auf das Sexualhormon Testosteron reagieren und deren Haare deshalb kürzere Wachstumsphasen haben – die Folge: Haarausfall. Das Hormon wird aber direkt im Haarfollikel gebildet. Männer mit Glatze haben keinen höheren Testosteronspiegel im Blut als andere.

Otto2
2 von 10

Baseballkappen fördern den Haarausfall

Falsch. Haare brauchen kein Licht, um zu wachsen. Baseballkappen oder Hüte zerstören höchsten die Frisur – das sieht doof aus, mehr aber auch nicht.

Albert3
3 von 10

Männer mit Glatze strahlen Macht aus

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Albert Mannes führte 2012 an der Wharton Business School eine Studie durch und kam zu dem Ergebnis: die Glatze steht für Größe, Achtung und Macht. Kahlköpfige wirkten dominanter und kräftiger. Die Probanden schätzen sie durchschnittlich 2,5 cm größer ein als sie waren. Andere Studien belegen allerdings das Gegenteil.

Abfluss4
4 von 10

Haarausfall ist harmlos

Das stimmt so nicht. Richtig ist, dass jeder Mensch täglich zwischen 80 und 120 Haare verliert. Das gehört zum normalen Wachstumszyklus. Wem die Haare aber büschelweise ausgehen oder wer kreisrunde, haarlose Stellen auf seinem Kopf entdeckt, sollte das ernst nehmen. Haarausfall kann ein Hinweis auf einseitige Ernährung sein, aber auch auf ernsthafte Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion oder eine Störung des Immunsystems.

Klopp5
5 von 10

Gegen Haarausfall kann man nichts machen

Falsch. Sogar dem erblich bedingten Haarausfall, der Hautarzt spricht von androgenetischer Alopezie, kann man vorbeugen. Mit den Wirkstoffen Minoxidil und Finasterid lässt sich der Haarausfall verlangsamen oder stoppen. Statt dünnen Flaums können wieder kräftigere Haar nachwachsen. Wie gut das funktioniert, hängt vom Einzelfall ab. Sind die Haare weg, hilft wie Jürgen Klopp beweist eine Haarwurzeltransplantation.

Puppen6
6 von 10

Haarausfall ist ein reines Männerproblem

Nein. Auch Frauen leiden unter Haarausfall – der erblich bedingte Haarausfall ist zwar etwas seltener als bei Männern, dafür kommt es bei Frauen in der Pubertät oder nach der Geburt eines Kindes öfter zu Haarausfall. Damen sind wohl einfach geschickter im Kaschieren des Problems.

Chinese7
7 von 10

Häufiges Haare schneiden macht die Haare kräftiger

Leider nein. Wer Haare verliert, wird den Prozess nicht dadurch stoppen können, die verbliebenen Haare möglichst häufig zu stutzen. Der Haarwuchs wird in den Haarwurzeln bestimmt, daher muss, wer etwas gegen den Haarverlust tun will, das Übel auch an eben dieser Wurzel packen.

Die Forscher baten die Probanden, sich vor den Untersuchungen zwei Tage lang nicht die Haare zu waschen. Dann bestimmten sie die Talg- und Wassermenge an verschiedenen Stellen der Kopfhaut und entnahmen Wischproben für die Untersuchung der vorhandenen Mikroorganismen.

Sie fanden unter anderem heraus, dass Menschen mit einer geringeren Talgproduktion mehr Schuppen hatten. Zudem entdeckten die Forscher bei Schuppen-Geplagten einen deutlich kleineren Anteil sogenannter Propionibakterien, dafür aber mehr Staphylokokken als bei Menschen mit gesunder Kopfhaut.

Die Forscher nehmen an, dass Talg das Wachstum von Propionibakterien begünstigt. Diese wiederum produzieren Substanzen, die das Wachstum anderer Bakterien – wie zum Beispiel von Staphylokokken – hemmen können.

Die Balance zwischen beiden Bakterienarten könnte für das Ausmaß von Schuppen mitverantwortlich sein. Gelänge es, das Gleichgewicht zwischen den Bakteriengruppen zu beeinflussen – also den Anteil an Propionibakterien zu erhöhen und den von Staphylokokken zu senken – ließe sich das Schuppen-Problem womöglich lösen, so die Forscher.

  • dpa
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%