Mediziner optimiert Einsatz von Medikamenten
Gasbläschen bringen Wirkstoffe ins Herz

Die Entwicklung des Heidelberger Forschers Raffi Bekeredjian könnte die Behandlung schwerer Herzerkrankungen revolutionieren: Der Mediziner hat eine Methode entwickelt, mit der Arzneimittel mit Hilfe winziger Gasbläschen, die in die Blutbahn injiziert werden, schnell und sicher ins Herz transportiert werden können.

hsn DÜSSELDORF. Bekeredjian hat das Verfahren gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Texas entwickelt. Im Sommer 2004 kehrte er zu seiner Arbeitsgruppe in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg zurück. Jetzt versucht der Mediziner, die Grundlagen-Entwicklung zur Praxisreife zu entwickeln. Bekeredjian rechnet mit ersten klinischen Tests in den spätestens fünf Jahren.

Die Idee stammt aus der Ultraschalltechnik. Dort werden Gasbläschen als Kontrastmittel ins Blut gespritzt, um die Blutadern sichtbar zu machen. Der Mediziner bringt den Wirkstoff in die Hülle der Bläschen und lässt sie am Zielort mit Hilfe von besonders hoher Ultraschall-Energie platzen. Dass die Methode funktioniert, haben die Forscher im Tierexperiment gezeigt. Ein leuchtender Eiweißstoff konnte mit Hilfe der zerplatzten Bläschen in hoher Konzentration ins Herz eingebracht werden.

Helmut Kücherer, Leiter der Arbeitsgruppe „Experimentelle Echokardiographie“ an der Heidelberger Uniklinik, schätzt das Potenzial der neuen Methode hoch ein. „Durch die Zerstörung von Ultraschall-Kontrastmitteln im Herzen könnten beispielsweise beim akuten Herzinfarkt erstmals hohe Konzentrationen von Medikamenten im Herzmuskel freigesetzt werden“, so Kücherer. Die Nebenwirkungen wären gering, da sich der Wirkstoff nicht im gesamten Körper verteilt. Auch bei anderen Erkrankungen wie bösartigen Tumoren könnte die Methode weiterhelfen.

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