Mediziner vereinfachen Behandlung von Arteriosklerose
Blutadern bleiben auch ohne Gefäßstützen offen

Bei der Behandlung verengter Blutgefäße verzichten Mediziner in Berlin und in Homburg auf Gefäßstützen. Statt Stents nutzen sie einen Ballon zur Aufweitung der Adern, dessen Katheterspitze mit einem Medikament (Paclitaxel oder Taxol) beschichtet ist. Der Wirkstoff soll Wucherungen an der Gefäßwand verhindern.

hsn DÜSSELDORF. Die Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße mit Hilfe eine Ballons an der Spitze eines Herzkatheters (Ballondilatation) ist seit Jahrzehnten ein Standardverfahren zur Behandlung bzw. Verhinderung von Herzinfarkten. Üblicherweise werden seit den 90er Jahren nach der Dilatation noch sogenannte Stents (sich selbst entfaltende Metallkörbchen) in das verengte Gefäß eingesetzt, die es auf Dauer offen halten sollen. Diese Stents sind zum Teil mit Medikamenten beschichtet, die die Narbenbildung und damit erneute Verengung der Gefäße im Bereich der Stents verhindern sollen. Dies gelingt aber keineswegs immer. Vielmehr kommt es in 20 bis 40 Prozent der Fälle zu erneuter Verengung oder gar zum Verschluß des Gefäßes (Re-Stenose) innerhalb der ersten sechs bis neun Monate nach der Behandlung.

Mit dem neuen Verfahren sei es gelungen, die Rate der Wiederverschlüsse in der risikoreichen Zeit nach der Dilatation gegenüber der bisherigen Versorgung mit Stents um bis zu 72 Prozent zu verringern, berichten die Ärzte. Besonders fiel auf, daß im dilatierten Bereich der Gefäße keine Neubildung von Narbengewebe (sog. Neo-Intima) auftrat, die das Gefäß verengen würde.

Die Wissenschaftler haben ihre Erkenntnisse an Schweinen erhoben und jüngst in der Fachzeitschrift "Circulation" publiziert. Zur Zeit wird das neue Verfahren an Patienten mit Verengungen der Herzkranzgefäße in zahlreichen Kliniken in Deutschland erprobt.

Da die Dilatation mit beschichtetem Ballon sich nicht nur zur Aufdehnung von Herzkranzgefäßen eignet, sondern auch zur Erweiterung verengter Gefäße in den Beinen - insbesondere im Knie- und Unterschenkelbereich, wo Gefäßverengungen zu schmerzhaften Durchblutungsstörungen (Schaufensterkrankheit) führen -, wird das neue Verfahren in Kliniken in Berlin, Bad Krozingen, Greifswald und Tübingen auch an Patienten mit solchen Durchblutungsstörungen auf seine Wirksamkeit hin überprüft.

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