Medizintechnik
Fortschritt bei der Bestrahlung von Tumoren

Krebszellen, die sich im Körper bewegen, sind für die Strahlentherapie eine echte Herausforderung, oft wird dabei gesundes Gewebe zerstört. Damit könnte es jetzt vorbei sein: Die Kombination von Linearbeschleunigern mit Computertomografen verspricht millimetergenaue Behandlung.

BERLIN. Millimetergenau zielen - das ist bei der Tumorbekämpfung mit Hilfe der Strahlentherapie heute kein Problem mehr. Schwierig wird es nur, wenn sich die Tumore während der Bestrahlung bewegen. Aber auch dafür gibt es inzwischen Lösungen: Durch Kombination der Linearbeschleuniger - die die harte Röntgenstrahlung erzeugen, mit denen die Krebszellen bestrahlt werden - mit sogenannten bildgebenden Systemen, passen die Ärzte vor jeder Behandlung den Bestrahlungsplan an die aktuelle Lage der Organe an. Dadurch werden Nebenwirkungen reduziert und die Heilungschancen verbessert.

Vor allem im Oberbauch, im Unterleib oder an der Lunge verändern Tumore oft ihre Lage. Hier ließ sich lange Zeit trotz hoch präziser Bestrahlung nicht ausschließen, dass am Rand des Tumors ein Teil der Strahlung daneben geht. Denn wenn der Bestrahlungsplan einmal anhand der ersten CT-Bilder erstellt ist, werden im Normalfall 30 Bestrahlungen ohne weitere Bildkontrolle durchgeführt.

Strahlentherapeuten sind daher trotz der Möglichkeiten einer messerscharfen Strahlentherapie oft gezwungen, bei beweglichen Tumoren eine Toleranzgrenze um das Krebsgewebe mit zu bestrahlen. Vor allem bei Tumoren in Nachbarschaft zu empfindlichem Gewebe kann die Bestrahlung des gesunden Gewebes aber äußerst unangenehme Folgen haben. Die Prostata beispielsweise liegt in der Nähe zum Enddarm - Strahlenschäden an der Darmschleimhaut können nicht heilbare Geschwüre verursachen. Auch Nerven, Drüsen, das Gehirn und das Rückenmark stehen auf der Liste bedrohter Organe.

"Mit Hilfe einer neuen Generation von Bestrahlungsgeräten, die sowohl zur Therapie als auch zur Bildgebung per Computertomographie (CT) genutzt werden können, gelingt es den Tumor mit der größtmöglichen Dosis zu bestrahlen und gleichzeitig das umliegende Gewebe so weit wie möglich zu schonen", sagt Robert Krempien, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie am Helios-Klinikum Berlin-Buch.

Seit Beginn des Jahres steht im Keller des Klinik-Neubaus ein so genanntes "Hi-Art"-Gerät der US-amerikanischen Firma Tomotherapy. Die Röntgenkanone setzt sich in Gang und rotiert langsam um den Patienten, während sich die Patientenliege vorwärts bewegt. Wenige Minuten später erscheint auf dem Bildschirm der Querschnitt durch die Lunge des Patienten - eine CT-Aufnahme. Mit einer speziellen Software wird das aktuelle Bild mit den ursprünglichen Bilddaten überlagert, anhand derer die Bestrahlung geplant wurde. Die Ärzte bewegen die beiden Aufnahmen solange gegeneinander, bis sie möglichst exakt übereinstimmen, die Software berechnet die Verschiebung und passt den Bestrahlungsplan vollautomatisch an.

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