Medizintechnik
Klinikmanager verschreiben sich Umweltschutz

Medizintechnikhersteller peilen mit ökologischen Komplettlösungen neues Wachstum an. Sparsame Apparate stehen im Fokus, denn die Krankenhäuser in Deutschland könnten Hochrechnungen zufolge jährlich leicht 600 Millionen Euro einsparen. Wie bald Europas erstes "Green Hospital" zur Vorzeigeklinik werden will.
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BERLIN. Ob Bildauflösung, Stärke des Magnetfelds oder Aufnahmegeschwindigkeit – bei den Leistungsdaten ihrer Geräte legen es die Hersteller von Medizintechnik für gewöhnlich darauf an, sich gegenseitig zu überbieten. Seit kurzem aber pflegen sie eine neue Bescheidenheit. In den Fokus rückt die Sparsamkeit der Apparate. Ein niedriger Stromverbrauch, geringe Betriebskosten und CO2-Einsparungen in der Produktion sollen für gute Absatzzahlen sorgen. Ursache für das Umdenken ist der Trend zum „grünen Krankenhaus“ – auch beim Kauf von Geräten spielen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit eine wachsende Rolle.

Die Hersteller wittern Chancen für zusätzliches Wachstum. Der US-Konzern GE hat gerade den Start seines ersten „Green Hospital“-Projekts in Europa verkündet. Die Asklepios Klinik Hamburg-Harburg soll in den kommenden Jahren konsequent auf Nachhaltigkeit getrimmt werden. Von energieeffizienter Bautechnik über die hauseigene Wasseraufbereitung bis zum Einkauf stromsparender Medizintechnik reicht die Palette an Neuerungen, die aus dem 770-Betten-Haus eine ökologische Vorzeigeklinik machen soll.

Stromverbrauch sinkt drastisch

„Wir wollen den Wirkungsgrad der Energieerzeugung um 30 Prozent steigern, zugleich den Energieverbrauch um 30 Prozent senken und den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix auf bis zu 30 Prozent ausbauen“, erläutert Tobias Kaltenbach, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Gruppe, die ehrgeizigen Ziele. Die GE-Konkurrenz zieht prompt nach: Auch Siemens hat ein Programm zur umfassenden ökologischen Umgestaltung von Kliniken aufgelegt.

Die Nachfrage nach umweltschonenden Lösungen hat freilich auch ökonomische Gründe. Denn der Energiebedarf in Krankenhäusern ist dramatisch gestiegen. Pro Jahr und Bett verbraucht eine Klinik laut einer Untersuchung des Gesundheitswirtschaftsmagazins „KMA“ 5 840 Kilowattstunden Strom und 29 000 Kilowattstunden Wärme – das entspricht etwa dem Energieverbrauch von drei Einfamilienhäusern.

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