Medizintechnik
Ultraschall erleichtert die Schlaganfall-Diagnose

Früher brauchte man noch strahlungsintensive Untersuchungen, um das Risiko eines Schlaganfalls abschätzen zu können - heute reicht dafür modernste Ultraschalltechnik. Doch nicht jeder Arzt kann die neuen Fähigkeiten der Geräte auch auch richtig nutzen.

BERLIN. Wenn die Augen doppelt sehen, die eigenen Sätze verwaschen klingen und sich ein Arm nicht mehr bewegen lässt, sind das deutliche Hinweise auf einen Schlaganfall. Schätzungsweise 200 000 Menschen ereilt in Deutschland jährlich dieses Schicksal, das für ein gutes Drittel tödlich endet. "In 60 Prozent der Fälle liegt die Ursache des Schlaganfalls außerhalb des Kopfes, an verengten Blutgefäßen des Herzens oder des Halses, wobei wiederum 40 Prozent davon allein auf die Halsarterie entfallen", sagt Stefan Nöldeke, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Vor allem bei Risikopatienten, wie Diabetiker, Hochdruckpatienten, Übergewichtige oder mit familiärer Veranlagung zum Schlaganfall, sollten daher regelmäßig auf verengte Halsarterien untersucht werden.

Je früher diese Risiken erkannt werden, desto eher können Ärzte gegensteuern. Dann kann durch Stents (Gefäßstützen) oder auch medikamentös eingegriffen werden, um den Schlaganfall zu vermeiden. Die Untersuchung selbst ist heute nicht mehr aufwendig, sie kann mit einem sogenannten Farbdoppler-Ultraschallgerät durchgeführt werden, das in vielen Praxen eingesetzt wird.

Früher waren dazu strahlungsintensive Untersuchungen notwendig oder mit Röntgenkontrastmittel, die mit einem Katheder eingeführt wurden und sehr belastend sind. "Möglich geworden ist die risikoarme Diagnose von Gefäßerkrankungen vor allem durch intensive Forschung und kontinuierliche Weiterentwicklung der Ultraschallgeräte", sagt Christian Arning, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) und Neurologe an der Asklepios Klinik Hamburg-Wandsbek.

Mittlerweile bildet medizinischer Ultraschall im Körper Strukturen mit einer Auflösung von 0,1 Millimeter ab. Innerhalb weniger Minuten lässt sich zuverlässig nachweisen, ob ein Gefäß bedrohlich verengt ist. In 95 Prozent aller Fälle könne der Ultraschall herkömmliche Untersuchungen ersetzen, so Nöldeke. Nur bei extrem verkalkten Halsgefäßen stoße die Technik an ihre Grenzen.

Bei dem so genannten Carotis-Test erkennt das Farbdoppler-Ultraschallgerät sogar die Dicke der Gefäßwand, woraus sich Schlüsse auf den Gesamtzustand des Blutgefäßsystems ziehen lassen. Über den Zustand der Herzkranzgefäße lasse sich zudem das Infarktrisiko abschätzen. "Veränderungen von Ablagerungen, die den Blutfluss in den Adern ins Stocken bringen, stellt der Ultraschall hervorragend dar. Übliche bildgebende Verfahren können das nicht", sagt Nöldeke.

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