Medizintechnikmesse Medica
Lockruf der Gesundheit

Der Gesundheitsmarkt ist riesig – und bietet enormes Wachstumspotenzial. Nicht nur für Start-ups, sondern auch für etablierte Firmen, die ihr Know-how aus anderen Branchen im Medizintechnikmarkt vermarkten wollen.
  • 5

DüsseldorfNur noch wenige Meter fehlen Sabrina, dann hat sie den Felsbrocken den ganzen Weg bis zum Gipfel hinaufgerollt. Doch plötzlich krachen Steine die steile Kante hinab und Sabrinas Felsbrocken kullert wieder ins Tal hinab. Der etwas eckig animierte Fuchs auf dem Bildschirm bleibt daraufhin unschlüssig stehen und Sabrina steigt von dem Stepper, löst die Hände von dem riesigen Gymnastikball und sagt lachend: „Schade.“

„Sisyfox“ nennt sich das Spiel, in dem es analog zur Figur Sisyphos aus der griechischen Mythologie darum geht, einen Felsbrocken einen Berg hinaufzurollen. So weit so normal. Doch das Spiel wurde für die Physiotherapie entwickelt und soll die kognitiven und neurologischen Fähigkeiten trainieren. Der Gymnastikball ist hier die Verbindung zwischen der realen und virtuellen Welt.

Der Sisyfox ist nur eine von vielen Innovationen, die in Düsseldorf auf der Medica zu sehen sind. Über 5.000 Aussteller aus 70 Nationen präsentieren auf der weltweit größten Medizinmesse ihre Neuentwicklungen. Dem Thema Digitalisierung können sich die Besucher dabei kaum entziehen. Die Welle hat auch den Gesundheitsbereich voll erfasst und betrifft alle Bereiche: den ambulanten wie den klinischen, gleichermaßen Arzt wie Patient.

So stellt beispielsweise das Start-up Teleclinic seine Online-Sprechstunde vor. Per Telefon oder Videochat werden die Patienten bei einer Sprechstundenhilfe vorstellig. Die erfragt die Probleme und Symptome und leitet den Patienten an den entsprechenden Facharzt weiter. Zur besseren Einordnung können Anrufer auch Bilder, etwa Röntgenaufnahmen hochladen. Ist der Arzt telefonisch gerade nicht zu erreichen, ruft er noch am selben Tag zurück – zum Wunschtermin zwischen 6 und 23 Uhr.

Die Gründer versprechen sich, dass der Patient sofort beim richtigen Spezialisten landet – egal, wie weit dieser entfernt ist. Der darf derzeit nur einen Rat geben, aber keine Rezepte ausstellen oder Behandlungen anordnen, weil in Deutschland noch das Fernbehandlungsverbot gilt. Das könnte aber eines Tages fallen, denn erste Pilotversuche in Baden-Württemberg erlauben solche Fernbehandlungsangebote. Für den Arzt wiederum haben Konzepte wie die Teleclinic den Vorteil, dass alle Daten im Patientenprofil gespeichert werden und bei jedem Arztbesuch abrufbar sind – die entsprechende Erlaubnis des Patienten vorausgesetzt.

Wie wichtig es ist, die Telemedizin in Deutschland weiterzuentwickeln, verdeutlicht Thomas Aßmann. Der Mediziner aus Nordrhein-Westfalen meint: „Wir müssen uns so aufstellen, dass wir global wettbewerbsfähig sind. Und das geht nur mit den modernen Techniken. Wenn wir es nicht machen, machen es eben andere.“

Etwa Anbieter wie die Mayo-Klinik in den USA. Die hat aktuell 2,3 Millionen Patienten, bis 2020 sollen es in Kooperation mit Apple 200 Millionen Patienten sein. Die größte Konkurrenz für die Helios-Kliniken in Deutschland käme dann plötzlich aus Minnesota und Kalifornien.

Seite 1:

Lockruf der Gesundheit

Seite 2:

Vom Automobilbereich in den OP

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%