Mit radioaktiven und magnetischen Partikeln bekämpfen Mediziner gezielt Tumore in der Leber
Kügelchen überrollen den Krebs

Die Fracht aus Down Under ist kostbar, vielleicht sogar lebensrettend. Die Mikrokügelchen Sir-Spheres der australischen Biotech-Firma Sirtex bedeuten für Patienten mit Lebertumoren die Chance auf ein längeres Leben. An jedem einzelnen Partikel haften radioaktive Isotope des Elements Yttrium. Per Katheter werden die Kügelchen direkt in die Leber injiziert, wo sie den Tumor zerstören.

MÜNCHEN. 16 Patienten hat Thomas Helmberger vom Institut für Klinische Radiologie des Münchener Universitätsklinikums seit Anfang 2003 gemeinsam mit den örtlichen Nuklearmedizinern behandelt. „Die Therapie ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt und ist im Gegensatz zu den USA von den Krankenkassen auch noch nicht zugelassen“, sagt Helmberger. Dennoch melden sich jede Woche 20 Patienten bei ihm, die ihre – manchmal letzte –Hoffnung in das Verfahren setzen.

Die rund 10000 Euro teure Behandlung wurde seit ihrer Einführung Mitte der 90er Jahre bei mehr als 1500 Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumorleiden erfolgreich getestet, unter anderem in Australien, Neuseeland, Hongkong, Malaysia, Singapur, Thailand und in den USA – aber eben nicht in Deutschland. Dabei sprechen Zahlen aus dem Ausland für das Medikament: Mit Sir-Spheres therapierte Patienten lebten durchschnittlich 29,4 Monate länger als konventionell behandelte Menschen.

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