Nachweis in wenigen Stunden
Bonner Uni entwickelt Schweinegrippe-Schnelltest

Mit einem neu entwickelten Schnelltest kann der Erreger der Schweinegrippe innerhalb weniger Stunden bei Patienten festgestellt werden. Bisherige Verfahren nehmen mehrere Tage in Anspruch.
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dpa BONN. Die Universität Bonn hat einen Schweinegrippe-Schnelltest entwickelt, der eine Infektion innerhalb von drei bis vier Stunden nachweist. Während die offizielle Abklärung eines Verdachts durch das Nationale Referenzlabor mehr als zwei Tage in Anspruch nehmen kann, seien die behandelnden Kliniken oft auf ein schnelleres Ergebnis angewiesen, erläuterte der Chef-Virologe des Universitätsklinikums, Christian Drosten, am Mittwoch.

Der in Zusammenarbeit mit den Universitäten Marburg und Freiburg sowie einer Berliner Biotech-Firma entwickelte Test sei etwa dafür gedacht, größere Patientenmengen zunächst zu sortieren. Damit lasse sich zügig sagen, „der hat es, der nicht“, erklärte Drosten. Bei positiv getesteten Patienten müssten sich die Ärzte dann natürlich an die Bestätigungslabore wie etwa das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin wenden.

Das RKI müsse mehrere Tests machen, auch technisch unterschiedliche, um eine möglichst sichere „finale Aussage“ zu treffen. Erst wenn alle Tests dasselbe Ergebnis hätten, sei eine eindeutige Antwort möglich. Bei größeren Patientenmengen „kann man natürlich nicht mehr darauf warten, dass die Positiven auch alle nach zwei Tagen das OK finden, für etwas, das wir hier im eigenen Labor schon wissen“, sagte Drosten, der als Entdecker des Sars-Virus gilt.

Der Schnelltest basiert wie die Nachweismethoden anderer Labore auf einer Erbgutanalyse des Erregers. Als Grundlage dient eine Gensequenz des neuen Erregers, die die US-Seuchenbehörde CDC zur Verfügung gestellt hat. Ein einfacher Rachenabstrich des Patienten reicht für diese Tests aus.

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