Narkolepsie

Sorgen Grippeviren für plötzliche Schlafattacken?

Permanente Müdigkeit und plötzliche Schlafattacken sind die typischen Symptome der Krankheit Narkolepsie. Die Ursachen des rätselhaften Schlafzwangs sind unklar – jetzt haben Forscher einen Verdächtigen ausgemacht.
Der Erreger steht im Verdacht, auch die rätselhafte Schlafkrankheit Narkolepsie auszulösen. Quelle: dpa
Schweinegrippe-Virus H1N1

Der Erreger steht im Verdacht, auch die rätselhafte Schlafkrankheit Narkolepsie auszulösen.

(Foto: dpa)

HeidelbergStändige Müdigkeit und unbeherrschbare Schlafattacken mit plötzlich auftretenden Muskellähmungen (Kataplexien) – das sind die typischen Symptome der rätselhaften Schlafkrankheit Narkolepsie, von der nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin allein in Deutschland etwa 40.000 Menschen betroffen sind. Die Ursachen des meist lebenslang auftretenden Schlafzwanges sind unklar.

Jetzt bringen Neurowissenschaftler um Chiara Tesoriero vom Karolinska-Institut in Stockholm einen Verdächtigen ins Spiel: den Schweinegrippe-Erreger H1N1. Die charakteristischen Schlafstörungen werden zumindest bei immungeschwächten Mäusen durch eine Infektion bestimmter Hirnregionen mit H1N1-Viren ausgelöst, erklären die Forscher.

Zehn Dinge, die uns den Schlaf rauben
Trennung von Arbeit und Freizeit
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Abends noch schnell E-Mails für die Arbeit beantworten oder am PC noch an einem Projekt feilen – die ständige Erreichbarkeit und die technischen Möglichkeiten, auch von daheim zu arbeiten, lassen die Grenzen von Arbeit und Freizeit verschwimmen. Das hindert daran, den Kopf frei zu bekommen und entspannt einschlummern zu können.

Aktivierung statt Entspannung beim Internet-Surfen
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PCs und Smartphones verändern unser Freizeitverhalten: Statt vorm Einschlafen ein Buch zu lesen oder Fernzusehen – und dabei passiv Informationen aufzunehmen – surfen Menschen zunehmend vorm Schlafengehen im Internet. Doch beim Online-Shopping, E-Mail-Verkehr, Facebook-Chats oder Online-Spielen  muss das Gehirn sehr viele Informationen verarbeiten. Dabei wird es eher aktiviert als auf den Schlaf vorbereitet zu werden.

Dabei kann helfen die Hintergrund-Beleuchtung der Displays zu dimmen, um sich auf die anstehende Nachtruhe einzustellen. Außerdem sollte nicht im Schlafzimmer gesurft werden, um den Raum gedanklich nicht mit Aktivität in Verbindung zu bringen. Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man komplett auf PCs, Smartphones und Co. verzichten.

Zu viel Stress
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Stressige Lebensphasen wühlen den Körper auf, und machen es nachts schwieriger, einzuschlafen. Um so wichtiger ist, es für Entspannung zu sorgen.

Die Angst vor Schlafstörungen verstärkt sie nur
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Je mehr man sich Gedanken, um die Schlafstörungen macht, desto stärker fördert man sie. So wird die Angst zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Da man denkt, in der Nacht nicht einschlafen zu können, stellt sich der Körper auf diesen Zustand ein – und man bekommt tatsächlich kein Auge zu.

Unruhiger Schlaf kann zur Gewohnheit werden
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Wenn Menschen lange Zeit einen unruhigen Schlaf haben, etwa weil sie gerade ein Kind bekommen haben, wird dieser Zustand für den Körper irgendwann zur Gewohnheit. So können Menschen auch Jahre nachdem ihr Baby das letzte mal nach der Flasche geschrien hat, immer noch einen unruhigen Schlaf haben. Dagegen kann eine Verhaltenstherapie helfen.

Es fehlt ein Einschlafritual
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Menschen sollen über ihre Schlafprobleme nicht grübeln, sondern ihr Verhalten ändern. Dies kann etwa ein Einschlafritual sein. So stellt etwa die obligatorische Tasse Tee oder Milch vor dem Gang zum Bett, den Körper irgendwann darauf ein, dass nun die Schlafenszeit ansteht. Dadurch kann das Einschlafen mit der Zeit leichter fallen.

Innere Uhr passt nicht mit den Tageszeiten zusammen
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Manche Menschen können einfach nicht vor drei Uhr morgens einschlafen, weil sie Nachteulen sind. Bei ihnen stimmt die innere Uhr nicht mit dem regulären Tag-Nacht-Rhythmus zusammen. Die Schlafstörungen, die dadurch entstehen, kennen Menschen ohne dieses Problem, etwa bei einem Jetlag oder während Schichtarbeit. Der Besuch bei einem Arzt, kann helfen gegen diese Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen zu arbeiten.

Ihre Ergebnisse könnten die mysteriöse Häufung von Narkolepsie-Fällen infolge der Schweinegrippepandemie in den Jahren 2009 und 2010 erklären. Bisher stand der damals weltweit millionenfach verabreichte Impfstoff Pandemrix in Verdacht. Doch möglicherweise wurde die Schlafkrankheit durch das Virus selbst ausgelöst.

Für ihre Studie infizierten die Wissenschaftler Mäuse über Nasensprays mit H1N1-Viren und zeichneten die Hirnströme und Körperbewegungen der Nager auf. Nach einer Latenzzeit von drei bis vier Wochen zeigten fast alle Versuchstiere gravierende Schlafstörungen. Ähnlich wie bei einer manifesten Narkolepsie wechselten bei ihnen Wach- und Tiefschlafphasen in schneller Folge.

Zusätzlich traten so genannte SOREMP-Episoden auf. Darunter verstehen Schlafmediziner vorzeitig auftretende REM-Schlafphasen. Deren Auftreten ist für die Schlafkrankheit typisch und gilt daher als sicheres diagnostisches Kriterium.

Um auszuschließen, dass die Schlafstörungen lediglich Folge der Atemwegsinfektion sind, warteten die Forscher mit ihren Messungen, bis die Grippesymptome abgeklungen waren und sich in den Atemwegen der Mäuse keine Grippeviren mehr nachweisen ließen. Zudem hatten sie das Immunsystem der Tiere durch Genmanipulation so verändert, dass durch das Fehlen einer Abwehrreaktion gegen die Krankheitserreger auch die Auswirkung einer auf das Gehirn übergreifenden Infektion untersucht werden konnte.

Fluoreszierende Antikörper
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