Nationaler Krisenstab tagt
Experten warnen wegen Vogelgrippe vor Panik

Während der nationale Krisenstab von Bund und Ländern am Mittwoch in Bonn über das Vorgehen bei der Bekämpfung der Vogelgrippe berät, warnt das Robert-Koch-Institut vor Panik in Deutschland.

HB BERLIN. Das Virus übertrage sich bisher nur durch einen engen Kontakt mit Geflügel auf den Menschen, sagte Institutssprecherin Susanne Glasmacher am Mittwoch in Berlin. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei dagegen nicht so einfach möglich. In Asien gebe es bisher nur einen Fall, in dem eine Übertragung zwischen Personen nicht ganz auszuschließen sei. Der Chefarzt des Leipziger Klinikums St. Georg, Bernhard Ruf, forderte dagegen, die Bundesrepublik müsse ihren Bestand an Grippemedikamenten dringend aufstocken. Am Abend wollte der von der Bundesregierung einberufene Krisenstab darüber beraten, ob und welche Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.

„Gefährdet sind bisher nur Leute, die einen engen Kontakt zu Geflügel haben“, betonte Glasmacher. Daher gehe es auch nicht darum, Medikamente gegen die Vogelgrippe anzuschaffen, sondern gegen eine mögliche Grippe-Pandemie, also eine weltweite Ausbreitung, überhaupt. Ursache für eine solchen gefährlichen Grippeausbruch könnten verschiedene Viren sein, wobei das auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 im Moment „der heißeste Kandidat“ sei. Die Anschaffung von Grippemitteln sei Sache der Länder und laufe seit längerem. Insofern stelle sich die Situation derzeit besser dar als noch vor ein oder zwei Jahren. Ein so umfassendes Projekt könne aber nicht von heute auf morgen erledigt werden.

Experte Ruf kritisierte dagegen im Deutschlandfunk, derzeit halte der Bund Medikamente für etwa acht bis zehn Prozent der Bevölkerung vor. Die Weltgesundheitsorganisation empfehle aber einen Vorrat für 20 bis 25 % der Bürger. „Da besteht noch Nachholbedarf, der muss jetzt gedeckt werden. Denn wenn die Pandemie läuft, gibt es auf dem Markt keine Substanzen“, warnte Ruf. Die Bundesregierung müsse die derzeitige Vorphase einer Pandemie nutzen, um sich rechtzeitig auf Schutzmaßnahmen - wie etwa die Massenproduktion von Impfstoffen - vorzubereiten.

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