Neue Aufnahmetechnik
Kernspintomograph scannt den Körper von Kopf bis Fuß

Magnetresonanz-Tomographen (MRT) können Patienten künftig in einem Durchgang scannen und Mediziner bei der Diagnose von Erkrankungen des Gefäßsystems oder Untersuchung der gesamten Wirbelsäule oder der Suche nach Metastasen unterstützen.

hsn DÜSSELDORF. Möglich wird der Ganzkörperscan, der bislang nur mit Computertomographen möglich war, durch eine verbesserte Auswertung der Messdaten und technische Tricks, die Forscher des Instituts für Biomedizinische Bildgebung an der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit Siemens entwickelt haben.

„Mit herkömmlichen MRT-Geräten ist das Blickfeld auf maximal 50 Zentimeter begrenzt. Das reicht nur für Untersuchungen einzelner Organe oder Körperbereiche wie des Kopfes oder Kniegelenks“, erläutert Mark Ladd, Leiter des Instituts, den Vorteil der neuen Technik. Darstellungen des ganzen Körpers, können daher bislang nur in einzelnen Schritten gewonnen werden. Dazu werden die verschiedenen Körperregionen nacheinander einzeln aufgenommen und später mit Hilfe von Software zusammengesetzt.

Die Essener Lösung besteht aus einem verfahrbaren Tisch und einem Spulensystem zur Aufnahme der Magnetfelder. „Die Spulen werden bereits bei herkömmlichen MRT-Geräten eingesetzt“, sagt Ladd. Sie werden den Patienten aufgelegt und tragen dazu bei, dass die Veränderungen im Magnetfeld genauer erfasst werden können. Für den Ganzkörperscan haben die Ingenieure eine Technik entwickelt, mit der die Spulen nun nach einander geschaltet werden können.

Eine weitere Herausforderung bestand darin, die Unschärfe der Bilder durch die Bewegung des Patiententisches auszugleichen. Die Aufnahme des Magnetfeldes ist so störanfällig, dass die Patienten während des Scans unbedingt ruhig liegen bleiben müssen. „Da es beim Verfahren des Tisches aber um eine vorhersagbare Bewegung handelt, die Lage der einzelnen Messpunkte also bekannt ist, kann unsere Software die Messergebnisse entsprechend umrechnen“, erläutert Ladd den Trick.

Die Essener haben jetzt das erste MRT weltweit zusammen mit Siemens am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie mit der neuen Technik ausgestattet. Das Gerät steht ab sofort den Patienten des Universitätsklinikums Essen zur Verfügung. In Zukunft werden auch Patienten, die unter Klaustrophobie (Angst in engen Räumen) leiden, von dem Ganzkörperscan profitieren, da auch in kürzeren oder offenen MRT die Untersuchung kompletter Organsystem möglich sein wird. Ein solcher Scanner steht bereits im Essener Universitätsklinikum und wird im nächsten Jahr nachgerüstet.

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