Neue Hoffnung

Drei Zika-Impfstoffe erfolgreich an Affen getestet

Drei erfolgreiche Experimente mit Rhesusaffen geben Forschern neue Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Zika-Virus. Einem Bericht zufolge schützten bei verschiedenen Tests diverse Seren die Tiere.
Vor allem in Lateinamerika, der Karibik und dem US-Bundesstaat Florida verbreitet sich derzeit das Zika-Virus. Quelle: dpa
Tiermücke

Vor allem in Lateinamerika, der Karibik und dem US-Bundesstaat Florida verbreitet sich derzeit das Zika-Virus.

(Foto: dpa)

MiamiDie Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen das Zika-Virus haben durch erfolgreiche Affenexperimente Auftrieb bekommen. Wie das US-Wissenschaftsmagazin „Science“ in seiner neuen Ausgabe berichtet, wurden drei verschiedene Seren erfolgreich an Rhesusaffen erprobt.

Die Rhesusaffen seien nach den Impfungen komplett gegen das Virus geschützt gewesen, sagte der Studienleiter Dan Barouch von der Medizinischen Fakultät der Harvard-Universität. Die Experimente beförderten „unseren Optimismus, einen sicheren und effektiven Impfschutz für Menschen entwickeln zu können“.

Zika in der Winterpause
Mücke Aedes aegypti
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Sie hat sich zuletzt rar gemacht in Rio de Janeiro, die Moskitoart Aedes aegypti. Diese Moskitos sind der Hauptüberträger des Zika-Virus. Nach den sehr hochkochenden Debatten um große Ansteckungsrisiken während der Olympischen Spiele sieht die Realität derzeit so aus: Durch die kühleren Temperaturen des südamerikanischen Winters ist die Aktivität der Moskitos sehr stark zurückgegangen. Ein Überblick über die aktuelle Situation

Wie ist die Lage in der Olympiastadt?
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In Rio herrschen Temperaturen von aktuell 22 bis 29 Grad, im südamerikanischen Winter gibt es in der Olympiastadt traditionell weniger Moskitos. An den Sportstätten wird mit Besprühungsaktionen dafür gesorgt, dass es dort mückenfrei ist. Zudem gibt es für Sportler, Funktionäre und Freiwillige umsonst Mückenspray, auch an einigen Sportstätten soll das Mittel „Off“ kostenlos verteilt werden.

Wie drückt sich das Risiko in Zahlen aus?
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„Meldedaten bestätigen, dass in Brasilien in dieser Jahreszeit mückenübertragene Infektionen viel seltener sind als zum Beispiel in der Osterzeit“, betont Christina Frank von der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert-Koch-Instituts. So wurden nur fünf Prozent der von 2001 bis 2015 bei Brasilien-Rückkehrern diagnostizierten Fälle von Denguefieber bei Personen festgestellt, die im August und September dort waren. „Und das, obwohl diese zu den reisestärksten Monaten zwischen Deutschland und Brasilien gehören.“ 

Gibt es Gründe, Olympia wegen Zika zu meiden?
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Schwangeren Frauen wird von Reisen in Zika-Gebiete abgeraten. Da eine sexuelle Übertragung möglich ist, empfiehlt die Gesellschaft für Tropenmedizin, dass Männer, die aus einem Zika-Ausbruchsgebiet zurückkehren, für acht Wochen Kondome beim Sex benutzen. Männer mit schwangeren Partnerinnen sollen das bis zur Geburt des Kindes tun.

Wie viele Fälle von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) gibt es in Brasilien?
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Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Brasília gibt es seit der systematischen Erfassung im Oktober vergangenen Jahres 1709 bestätigte Mikrozephalie-Fälle und 3182 Verdachtsfälle. Im ganzen Bundesstaat Rio de Janeiro gibt es 87 bestätigte Mikrozephalie-Fälle. Aber nur bei 267 bestätigten Fällen konnte das Zika-Virus als Verursacher eindeutig nachgewiesen werden. Ein anderer Grund für Mikrozephalie kann Alkohol in der Schwangerschaft sein.

Wann ist mit einer neuen Zika-Welle zu rechnen?
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Ab Oktober, wenn die Moskito-Saison wieder beginnt. Aber die Epidemie könnte ihren Höhepunkt in Brasilien auch schon überschritten haben. „Wir erwarten, dass die gegenwärtige Epidemie in drei Jahren weitgehend überwunden ist“, bilanziert ein Team um Neil Ferguson vom Zentrum für Epidemie-Analysen des Imperial College London jüngst im Magazin „Science“. Anhand von Rechenmodellen zur Ausbreitung von Zika kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass nach und nach ein so großer Prozentsatz der Bevölkerung immun gegen das Virus sein könnte, dass es sich kaum noch weiter verbreitet.

Was sind die großen Risiken?
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Es gibt erste Indizien, dass Zika auch von anderen, weit verbreiteten Mücken übertragen werden könnte – und der schleichende Klimawandel scheint die Ausbreitung der Moskitoart Aedes aegypti zu beschleunigen. Es wird geschätzt, dass sich die Fläche, auf der die Moskitoart in Brasilien vorkommt, binnen zehn Jahren mehr als vervierfacht hat und dann 80 Prozent beträgt.

Das Zika-Virus ist derzeit vor allem in Lateinamerika, der Karibik und dem US-Bundesstaat Florida verbreitet. Es wird von Mücken und in seltenen Fällen auch durch Geschlechtsverkehr übertragen.

In der Regel ist die Krankheit zwar ungefährlich. Bei Schwangeren kann sie jedoch dazu führen, dass ihre Babys mit Mikrozephalie geboren werden. In diesem Fall haben die Kinder einen ungewöhnlich kleinen Kopf, was zu schweren Entwicklungsproblemen führen kann.

Einer der jetzt getesteten Impfstoffe wurde dem Bericht zufolge am Walter-Reed-Institut der US-Armee entwickelt, die beiden anderen an der Harvard-Universität. Bei den Affen seien keine Nebenwirkungen beobachtet worden.

Auch Sarah Gilbert, Impfforscherin an der britischen Oxford-Universität, bewertete die Affenexperimente als „wichtigen Schritt in der Entwicklung einer Zika-Impfung“. Gilbert, die selber nicht an der Entwicklung dieser drei Seren beteiligt war, riet jedoch zu Vorsicht bei der Anwendung bei Menschen.

Es sei bekannt, dass beim mit Zika eng verwandten Dengue-Fieber die Immunisierung gegen eine Variante des Virus dazu führen könne, dass die Infektion mit einer anderen Variante weitaus gravierendere Folgen als gewöhnlich habe. Insofern müsse darauf geachtet werden, dass eine Zika-Impfung nicht dazu führe, dass die Menschen anfälliger für schwere Dengue-Infektionen würden, die tödlich enden könnten, warnte Gilbert.

  • afp
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