Neue Infektionswelle
China ringt erneut mit der Vogelgrippe

China wird von einer neuen Infektionswelle mit der Vogelgrippe erschüttert. Und das ausgerechnet vor dem chinesischen Neujahrsfest, an dem Millionen Menschen verreisen und den Erreger quer durch das Land tragen können.
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PekingDie trügerische Ruhe in China ist vorbei. Die tödliche Vogelgrippe H7N9 ist wieder da. Das Staatsfernsehen zeigt Aufnahmen aus Krankenhäusern im Süden und Osten Chinas, die in Alarmbereitschaft versetzt wurden. Patienten mit Fieber, Husten, Hals- und Kopfschmerzen werden isoliert und auf den Erreger getestet.

Allein seit Jahresanfang wurden etwa 30 neue Infizierte gemeldet. In den vergangenen Monaten waren dagegen nur sporadisch neue Infektionen festgestellt worden. „Das Virus ist nicht unter Kontrolle“, sagt der Chef-Epidemiologe von Chinas Zentrum für Seuchenbekämpfung, Zeng Guang, der Nachrichtenagentur dpa in Peking. Der Winter biete dem Erreger gute Voraussetzungen. „Das Virus hält Hitze nicht gut aus, aber es mag Kälte.“

Die Infektionswelle kommt zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt für das Riesenreich China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern. Denn am 31. Januar beginnt das Neujahr nach dem Mondkalender. Zu dem wichtigsten Fest des Jahres werden Millionen Menschen in vollgestopften Zügen zu ihren Familien reisen. Festessen mit Freunden und Verwandten gehören zum Pflichtprogramm - perfekte Voraussetzungen, damit sich ein Erreger über das ganze Land ausbreiten kann.

Für Virologen und Seuchenexperten ist das Neujahrsfest ein Alptraum. „Wir machen uns Sorgen um das Risiko, das durch eine große Zahl von Menschen in kleinen Räumen entsteht“, sagt Liang Weifeng von der Medizinfakultät an der Zhejiang Universität. Zudem seien bereits erste Mutationen des Erregers festgestellt worden, die eine Übertragung von Mensch zu Mensch wahrscheinlicher machen könnten, mahnte Liang nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Dabei hatte die Bekämpfung der Viren bisher große Erfolge gebracht. Chinas Zentrum für Seuchenbekämpfung hatte gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium nach den ersten Diagnosen von H7N9 bei Patienten im März Vorsichtsmaßnahmen im ganzen Land angestoßen. Zehntausende Vögel wurden vorsorglich gekeult, und Krankenhäuser in Alarmbereitschaft versetzt. Einige Wochen danach wurden bis zum Jahresende nur noch selten neue Infektionen gemeldet. Auch wenn das Virus nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation WHO bis November 45 Menschen tötete, galt der Erreger als weitgehend zurückgedrängt.

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Ein Impfstoff ist nicht in Sicht

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