Neue Marker gefunden
Bluttest entdeckt Darmkrebs frühzeitig

Bonner Forscher haben neue Marker gefunden, die die Krebsdiagnose deutlich verbessern könnten. Das könnte Leben retten: An Darmkrebs sterben allein in Deutschland 30 000 Menschen jährlich, die Hälfte könnte durch bessere Diagnose überleben.

DÜSSELDORF. Ein neuer Bluttest könnte künftig Tumoren des Dick- und Enddarms schon im Frühstadium nachweisen. Das zeigt eine Studie, die Forscher des Universitätsklinikums Bonn und der US-amerikanischen John-Hopkins-Universität jetzt im Journal of Cellular Biochemistry veröffentlicht haben. Der Test schlägt Alarm, wenn ein bestimmtes Protein im Blut der Patienten gehäuft vorkommt.

In seltenen Fällen kann dieser Wert allerdings auch bei Gesunden erhöht sein. Durch gleichzeitige Auswertung weiterer Marker wollen die Mediziner nun sowohl die Empfindlichkeit als auch die Zuverlässigkeit des Tests steigern. Ziel sei eine einfache und kostengünstige Screening-Methode, die sich in Vorsorge-Untersuchungen einsetzen lässt.

"Das Dickdarmkrebs-spezifische Antigen ?CCSA-2? - steht für colon cancer-specific antigen - scheint im Kern von Dickdarmzellen die Genaktivität zu regulieren", erklärt die Bonner Ärztin Gisela Walgenbach-Brünagel, die den Tumormarker zusammen drei weiteren Markern entdeckt hat, die ebenfalls gehäuft im Blut von Darmkrebs-Patienten vorkommen.

Ein Nachweisverfahren, das alle vier Proteine erfasst, könnte sowohl hoch empfindlich als auch sehr spezifisch sein, sagt Walgenbach-Brünagel. Für ein endgültiges Urteil seien aber noch weitere Studien mit viel mehr Patienten nötig, so die Medizinerin. Sie sieht jedoch gute Chancen, dass ihre Forschungsergebnisse in einigen Jahren auch in die Klinik Einzug halten. Darmkrebs ist weltweit die dritthäufigste Tumorerkrankung. Allein in Deutschland fordert die Krankheit Jahr für Jahr 30 000 Opfer. Die Hälfte von ihnen ließe sich nach Schätzungen durch eine rechtzeitige Diagnose retten.

Ein guter Krebstest sollte möglichst immer dann Alarm schlagen, wenn tatsächlich ein Tumor vorliegt - ansonsten aber nicht. Die neue Blutuntersuchung kommt diesem Ideal zumindest nahe: Bei 27 Patienten mit Dickdarmkrebs lieferte sie in 24 Fällen die korrekte Diagnose. Das entspricht einer Empfindlichkeit von rund 89 Prozent. Bei 127 Studienteilnehmern ohne Tumoren schlug der Test 21mal fälschlicherweise an - die Spezifität betrug also gut 84 Prozent. Für einen Bluttest sei das recht gut, so die Forscher selbstbewusst.

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