Neue OP-Technik
Ultraschall zerstört Tumorgewebe

Tumoren berührungslos durch die Haut hindurch operieren – das verspricht die so genannte Ultraschallchirurgie. Noch beschränkt sich die Anwendung der neuen Operationsmethode auf wenige Tumorarten, doch das soll sich bald ändern.

BERLIN. Bei der neuen High-Tech-Methode wird das Gewebe im Inneren des Körpers punktgenau mit Ultraschallstrahlung verschmort. Dabei müssen die Patienten zwar unter Umständen mehrere Stunden ruhig liegen, die Behandlung ist jedoch fast schmerzfrei, hat kaum Nebenwirkungen und hinterlässt keine Narben. Der Haken: Bislang beschränkt sich die Anwendung auf Prostatakrebs und gutartige Gebärmutterwucherungen.

Wenn es nach dem israelischen Hersteller Insightec geht, soll sich das aber bald ändern. Mit zahlreichen Studien erprobt das Unternehmen die Technologie derzeit für die Therapie von anderen Krebsarten. Brustkrebs oder Knochenmetastasen sollen in Zukunft per Ultraschall behandelbar werden – ohne Skalpell, schädliche Strahlung oder belastende Chemotherapie.

Der Trick: Die eigentlich harmlosen Ultraschallstrahlen werden aus verschiedenen Richtungen auf einen Punkt fokussiert. Ähnlich wie bei Sonnenlicht, das durch eine Lupe fällt, entsteht so ein Brennpunkt, in dem sich das Gewebe auf bis zu 90 Grad – heiß genug, um die Zellen abzutöten. Zur Behandlung von Prostatakrebs sind seit mehreren Jahren spezielle Darmsonden der Hersteller Edap und Focus Surgery auf dem Markt. Erste Langzeitergebnisse bescheinigen dem Verfahren gute Wirksamkeit, solange der Tumor auf die Vorsteherdrüse begrenzt ist.

Um den Ultraschallfokus auf das Ziel auszurichten, stehen den Urologen zur Orientierung Ultraschallbilder zur Verfügung. Das sei zu ungenau, kritisieren manche Radiologen, und schwören auf die neue Technologie von Insightec. Das Unternehmen hat die Ultraschalleinheit gemeinsam mit dem US-amerikanischen Medizintechnik-Riesen GE Healthcare in einen Magnetresonanztomografen (MRT) integriert, der zur Steuerung der Ultraschallstrahlung hoch aufgelöste Bilder liefert. „Damit kann man sehr genau zielen“, sagt der Radiologe Alexander Beck von der Berliner Uniklinik Charité.

Ein weiterer Vorteil sei, dass man mit dem MRT-Gerät den Temperaturverlauf im Gewebe genau darstellen könne. „So lässt sich der Therapieerfolg in Echtzeit überprüfen“, sagt der Oberarzt der Strahlenklinik, wo eins von insgesamt drei Insightec-Geräten in Deutschland steht. Insgesamt hat der Hersteller bislang etwa 50 Geräte ausgeliefert und ist momentan der einzige kommerzielle Anbieter.

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