Neue Therapien sind schonender und effektiver
Beim Hautkrebs ersetzt die Creme das Skalpell

HB DÜSSELDORF. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 100 000 Menschen an Hautkrebs, 2 000 sterben daran. Um zwei bis acht Prozent steigt die Zahl der Neuerkrankungen jährlich. Bislang musste der Krebs operativ entfernt werden. Mit neuen Behandlungsmethoden können sowohl für die häufigste Vorstufe von Hautkrebs – die so genannten aktinischen Keratosen – als auch oberflächliche und frühe Formen von hellem Hautkrebs schonender behandelt werden.

Die Behandlung erfolgt mit einer Creme, die das Immunsystem stimmuliert. Sie kann verstärkt werden durch eine photodynamische Therapie, bei der die eingecremten Stellen zusätzlich mit Rotlicht bestrahlt werden. Die Methoden sind allerdings bei schwarzem Hautkrebs (Melanom) wirkungslos.

Die Behandlung mit Immun- Creme setzt auf die Selbstheilungskräfte des Körpers. Das Medikament regt die Ausschüttung von Botenstoffen an, die das Immunsystem auf Trab bringen. Die Zulassung der Methode wird für Ende 2004 erwartet. Bei der photodynamischen Therapie reichert sich der Wirkstoff sich in den Krebszellen an und macht sie anfällig für die Bestrahlung mit Rotlicht. Die freigesetzten Sauerstoffradikale töten die Tumorzelle. Das Verfahren wird bereits eingesetzt.

„Die Cremes können über die befallenen Areale hinaus aufgetragen werden, weil die Mittel nur auf erkrankte Zellen wirken“, sagt Roland Kaufmann, Direktor der Universitätshautklinik in Frankfurt am Main. Kaufmann war wesentlich an der Entwicklung der photodynamischen Therapie beteiligt. So werden keine befallenen Hautstellen vergessen. Die Rückfallrate sinkt. Darüber hinaus hinterlässt die Therapie keine Operationsnarben, was besonders im Gesicht vorteilhaft ist. Und schließlich werde die Behandlung von operativ schwer zugänglichen Tumoren erleichtert, sagt der Arzt.

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