Neuer Diagnose-Ansatz
Mediziner erkennen Alzheimer früher

Sie ist tüksich und tödlich, ihre Ursachen noch immer ungeklärt: Alzheimer ist eine der größten Herausforderungen für die Medizin. Ein neuer Ansatz lässt jetzt hoffen: Radioaktive Substanzen machen Veränderungen im Gehirn sichtbar. Diese Diagnose im Anfangsstadium erleichtert die Therapie.

BERLIN. Die Nervenzellen lösen sich langsam auf, die Patienten verlieren ihr Erinnerungs- und Orientierungsvermögen, die Zerstörung des Gehirns schreitet schleichend voran. Alzheimer ist tückisch und tödlich. Die genauen Ursachen sind ungeklärt. Noch mangelt es an erfolgversprechenden Therapien. Derzeit geht es vor allem darum, die Symptome wie Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Wesensveränderungen, Desorientierung und Verlust der Sprachfähigkeit zu mildern. Weltweit forschen Mediziner verstärkt an besseren Diagnose- und Behandlungsmethoden. Neue Ansätze machen Hoffnung.

Mediziner der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig haben zusammen mit dem Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung Leipzig neue radioaktive Substanzen - so genannte Radiotracer - entwickelt, die die Übertragung bestimmter Botenstoffe im Gehirn markieren. Damit kann Alzheimer mit Hilfe der sogenannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erkannt werden, bevor sich erste Symptome zeigen.

Die frühzeitige Diagnose von Demenz könnte die Betreuung der Patienten deutlich verbessern. Demenzkrankheiten wie Alzheimer würden heute in der Regel erst dann erkannt, wenn die Betroffenen so schwer krank seien, dass sie ins Heim müssten, sagt der Psychiater Stefan Teipel vom Uniklinikum Rostock. Wenn es gelänge, Alzheimer bereits im Anfangsstadium zu erkennen, könnte das Fortschreiten der Krankheit gemildert werden.

Die Radiotracer machen die für Alzheimer typischen Eiweißablagerungen im Gehirn, das Beta-Amyloid, sichtbar. "Diese Form der Bildgebung ist ein innovatives Verfahren, um neu entwickelte therapeutische Strategien der Alzheimer-Demenz zu überprüfen und Patienten bereits in sehr frühen Erkrankungsstadien zu diagnostizieren", sagt Osama Sabri, Direktor der Leipziger Klinik für Nuklearmedizin, einer der Entwickler dieser Diagnosemethode.

"Solche bildgebende Verfahren wie auch die MRT stellen eine gute Möglichkeit dar, so früh wie möglich die Krankheit zu diagnostizieren", bestätigt Ellen Wiese, Sprecherin der Alzheimer Forschung Initiative (AFI). Sie seien die Voraussetzung dafür, neue vielversprechende Therapieansätze einzusetzen, die alle versuchen, der Krankheit in einem frühen Stadium gegenzusteuern. So sei es Forschern am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden beispielsweise gelungen, einen der wichtigsten Auslöser der Alzheimer-Krankheit zu hemmen, das Enzym "Beta-Sekretase".

Seite 1:

Mediziner erkennen Alzheimer früher

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%