Neuer Wirkstoff
Antibiotikum stoppt resistente Bakterien

Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig haben ein neues Antibiotikum entdeckt, das auch gegen gefürchtete resistente Bakterien wirkt.

hsn BRAUNSCHWEIG. Solche Erreger sind gegen mehrere verschiedene Antibiotika unempfindlich geworden und können deshalb mit Medikamenten kaum mehr bekämpft werden.

Die von GBF-Forschern und Wissenschaftlern aus Indonesien entdeckte Substanz namens MMA stoppt nicht nur das Wachstum des so genannten MRSA-Bakteriums, das unterschiedlichste Körpergewebe infizieren und dabei schwere Entzündungen auslösen kann. Es wirkte auch gegen resistente Keime, die Darmkrankheiten auslösen können sowie besonders gefährliche Varianten des Krankenhaus-Keims Burkholderia cepacia, der immungeschwächte Personen befällt und sich chronisch in ihrem Körper festsetzt. Vermutlich stört MMA bei all diesen Bakterien gezielt die Zellteilung.

Die zunehmende Resistenz vieler Bakterienstämme gegen Antibiotika gilt gegenwärtig als eines der drängendsten Probleme der Medizin. Der von den Forschern gefundene Wirkstoff wird von einem Bakterium hergestellt. Keime der Spezies „Bacillus subtilis“, die im Erdboden vorkommen, bilden MMA und scheiden es in ihre Umgebung aus – möglicherweise um sich bei der Konkurrenz um nährstoffreiche Lebensräume gegen benachbarte Bakterien durchzusetzen.

Bevor MMA in der Klinik eingesetzt wird, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. Die Substanz müsse zunächst näher untersucht und gründlich erprobt werden, sagte GBF-Bereichsleiter Kenneth Timmis. Klinische Tests müssten zeigen, ob sie sich als Medikament eignet. Die Forscher haben ihre Entdeckung im Fachjournal „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“ veröffentlicht.

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