Neues Forschungsprojekt
Briten starten Biodatenbank

Britische Mediziner wollen mit einer groß angelegten Gen-Datenbank die Entwicklung von Massenkrankheiten wie Krebs oder Diabetes erforschen. Das Projekt UK Biobank wird seit fünf Jahren vorbereitet und soll Krankheitsursachen aufklären.

LONDON. Sie hoffen, ab Herbst eine halbe Million Freiwillige zwischen 40 und 69 Jahren für das Projekt namens UK Biobank zu gewinnen. Damit wäre die Studie die bisher umfangreichste ihrer Art. Ziel ist es, das Zusammenwirken von genetischer Ausstattung, Umwelteinflüssen, Lebenswandel und Zufall als Krankheitsursachen besser zu verstehen. Kritiker werfen dem Projekt vor, dass es zu einseitig von einer Dominanz genetischer Faktoren ausgeht.

„In zehn, 20 oder 30 Jahren werden wir Theorien über die Ursachen für Krankheiten bestätigen oder verwerfen können“, verspricht der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Rory Collins. Daraus werde die Medizin wertvolle Schlussfolgerungen für die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten ziehen können.

Das Projekt UK Biobank wird seit fünf Jahren vorbereitet. Die Kosten von 61 Mill. Pfund (88 Mill. Euro) tragen der Medical Research Council, der Wellcome Trust, das Londoner Gesundheitsministerium, die Schottische Verwaltung und die regionale Fördergesellschaft für Nordwestengland. Es ist nach Angaben der Initiatoren auf der Welt einmalig. Die USA, Singapur, Schweden und Norwegen planten aber ähnliche Datenbanken.

Bisher haben sich Studien zur Entstehung von Krankheiten in der Regel auf einzelne Krankheitsbilder und kleinere Personengruppen konzentriert. So hat zum Beispiel der Epidemiologe Sir Richard Doll aus der Beobachtung der Rauchgewohnheiten 40 000 britischer Ärzte seit 1954 den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs bewiesen. Eine andere Studie zeigte das steigende Herzinfarkt-Risiko durch einen hohen Cholesterin-Spiegel auf.

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