Neues Gerät
Die künstliche Lunge hat sich in der Praxis bewährt

Eine künstliche Beatmung ist nicht unproblematisch für Patienten. Lungenversagen ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. Immer mehr Kliniken setzen deshalb auf eine schonende Alternative zur mechanischen Beatmung.

BERLIN. Die Operation des 61-jährigen Nordfriesen an der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) verlief gut, doch nach dem Eingriff erlitt der Patient ein schweres Lungenversagen. Üblicherweise wird der Patient in einem solchen Fall mit einer mechanischen Pumpe künstlich beatmet. Das Gerät übernimmt die zentrale Lungenfunktion – das Einatmen von Sauerstoff und Ausatmen von Kohlendioxid.

Eine künstliche Beatmung ist jedoch nicht unproblematisch, weil mit hohem Druck sauerstoffreiche Luft in die Lungen hinein gedrückt wird, was diese auf Dauer schädigt. Außerdem wird das schädliche Kohlendioxid so nur mäßig abtransportiert. Folge: Die Lunge regeneriert schlecht oder gar nicht. Anders bei dem UKE-Patienten. Er wurde an eine künstliche Lunge angeschlossen, durch die die mechanische Beatmung deutlich herunter gefahren werden konnte. Seine Lunge erholte sich rasch, so dass binnen einer Woche das System entfernt werden konnte.

„Die künstliche Lunge ist eine Therapiemöglichkeit, die sehr patientenverträglich ist und wenig Aufwand erfordert“, sagt Axel Nierhaus, der behandelnde Oberarzt. Er hat das Verfahren vor einigen Jahren zum ersten Mal eingesetzt. Inzwischen hat sich der so genannte Interventional Lung Assist (Ila) bereits 1 400-mal bei Lungenblutungen, -entzündungen oder -quetschungen bewährt.

Lungenversagen ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. Diese Quote könnte sich durch den breiten Einsatz der künstlichen Lunge der Hechinger Firma Novalung drastisch verbessern. Das Verfahren ist schonend, weil es das Herz als Pumpe nutzt. „Das System wird mit zwei Kanülen über die Leistenarterie an den Blutkreislauf angeschlossen. Es entfernt Kohlendioxid aus dem Blut und reichert es mit Sauerstoff an“, erklärt Thomas Gran, Novalung-Geschäftsführer. Allein durch den Druckunterschied zwischen Arterie und Vene fließt das Blut durch die künstliche Lunge – wie bei der natürlichen Atmung macht sich das Gerät den Unterdruck zunutze.

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