Neues Medikament regelt selbstständig den Blutzuckerspiegel
Wirkstoff erleichtert Diabetes-Therapie

Neuartige Medikamente sollen Patienten mit Altersdiabetes das Leben erleichtern. Sie können die Behandlung mit Insulin hinauszögern und werden eingesetzt, wenn eine Einstellung des Blutzuckerspiegels mit herkömmlichen Medikamenten nicht mehr erreichbar ist.

DÜSSELDORF. Die Pharmaunternehmen Eli Lilly und Amylin Pharmaceuticals haben im Frühjahr die Zulassung für das erste Arzneimittel dieser neuen Wirkstoffklasse in den USA erhalten. Seit Anfang dieses Monats ist das Medikament mit dem Wirkstoff „Exenatide“ auf dem Markt.

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Die häufigste Form, die so genannte Altersdiabetes (Typ-2-Diabetes), entsteht unter anderem durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin. Sie brauchen viel mehr Insulin, um Zucker aus dem Blut aufnehmen zu können. Die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse – die Betazellen – schütten daraufhin vermehrt Insulin aus. Auf Dauer werden die Zellen überlastet, sie sterben ab und die Insulinproduktion nimmt immer mehr ab.

Basis der herkömmlichen Diabetes-Therapie ist eine Umstellung der Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung. Ziel ist es, das Gewicht zu normalisieren. Erst wenn diese Maßnahmen nicht helfen, werden Blutzucker senkende Medikamente wie beispielsweise Sulfonylharnstoffe eingesetzt und später auch Insulin gegeben.

Der Wirkstoff „Exenatide“ stimuliert durch einen bislang ungenutzten Mechanismus die Produktion des körpereigenen Insulins. Der neue Diabetes-Wirkstoff habe gegenüber bisherigen Medikamenten den Vorteil, dass er die Bildung des Insulins aber nur anrege, wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, sagt Michael Trautmann, Forscher am Lilly-Diabetes-Forschungszentrum in Hamburg. Es bestehe zudem die Hoffnung, dass der Wirkstoff den Abbau der Insulin produzierenden Betazellen hinauszögern könne.

Deutsche Forscher an den Universitäten in Göttingen und Marburg stellten zunächst in den 60er und später in den 80er-Jahren fest, dass spezielle Hormone – so genannte Inkretine – die Insulinausschüttung im menschlichen Körper abhängig von der aufgenommenen Zuckermenge steuern. „Diese bahnbrechende Entdeckung legte die Grundlagen für die Entwicklung der neuen Antidiabetika“, sagt Trautmann.

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