Neues Testverfahren Gefährliche Erreger schneller erkennen

Um gefährliche Infektionen erfolgreich bekämpfen zu können, müssen Mediziner erst einmal wissen, mit welchem Gegner sie es zu tun haben. Ein neuer Schnelltest soll die Suche nach Krankheitserregern vereinfachen.
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Das neue Testverfahren kann Krankheitserreger in Stunden aufspüren. Quelle: AP
E. coli-Bakterien

Das neue Testverfahren kann Krankheitserreger in Stunden aufspüren.

(Foto: AP)

BerlinDen Krankheitserreger möglichst frühzeitig zu bestimmen, ist ein wichtiger Schlüssel zur Behandlung von gefährlichen Infektionskrankheiten. „Wenn für Ärzte rasch klar wäre, welches Bakterium genau hinter der Erkrankung des Patienten steckt, könnten sie sofort mit einer gezielteren Behandlung beginnen“, erläutert Brett Etchebarne. Der Mediziner der Michigan State University hat eine Methode entwickelt, durch die sich die oft aufwendige Suche nach dem Erreger auf wenige Stunden reduzieren lässt.

In-Dx heißt das Verfahren, das Etchebarne seit über einem Jahr erfolgreich testet. Innerhalb von zwei Stunden lassen sich damit potenziell gefährliche Bakterien wie E. coli, aber auch viele sogenannte Superkeime in Stuhl- und Urinproben, Blut und anderen Körperflüssigkeiten nachweisen.

Diese Dinge sind schmutziger als man denkt
Kuss
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Ein liebevoller Kuss hat es ganz schön in sich: Forscher berichten in einem Artikel für das Fachjournal "Microbiome", dass bei einem zehn Sekunden andauernden Zungenkuss rund 80 Millionen Bakterien zwischen den Mündern hin und her wandern. Eine weitere Erkenntnis: Paare, die sich mindestens neun Mal am Tag intensiv küssen, tragen sogar die gleiche Zusammensetzung von Bakterien in ihren Mündern. Je öfter sie sich küssen, umso ähnlicher wird die mikrobielle Besiedelung.

Quelle: Wiwo.de

Geschirrtücher
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Forscher der Universität Arizona haben Geschirrtücher in den USA und Kanada untersucht. Dabei zeigte sich, dass 90 Prozent davon mit Bakterien übersät waren - vor allem Darmbakterien. Beim Abtrocknen des Geschirrs oder Abwischen anderer Oberflächen in der Küche würden diese unwissentlich mit Bakterien beschmiert, warnen die Forscher. "Sie meinen vielleicht, dass Sie den Tisch oder das Brettchen reinigen, bevor Sie Essen darauf platzieren - in Wahrheit verteilen Sie mit einem schmutzigen Küchenhandtuch Hunderttausende Bakterien". Die Forscher empfehlen, die Handtücher nach jeder Benutzung in die Wäsche zu geben.

Putzschwamm
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Auch in Putz- und Spülschwämmen fühlen sich Bakterien besonders wohl. Bis zu 100 Millionen Bakterien pro Quadratzentimeter tummeln sich dort. Praktischer Tipp: Häufiger wechseln und den Schwamm zwischendurch bei voller Leistung etwa zwei Minuten in der Mikrowelle erhitzen. Das tötet die meisten Keime ab.

Federvieh
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Sie sehen niedlich aus, doch der zarte Flaum von Enten- und Hühnerküken ist ein wunderbarer Nährboden für Salmonellen, die sich in ihren Exkrementen befinden. Wer handzahmes Federvieh streichelt, sollte sich danach also gründlich die Hände waschen. Sonst riskiert er eine unschöne Darminfektion.

Geld
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Pecunia non olet - Geld stinkt nicht, sagt eine lateinische Redensart. Wenn es das nur täte. Denn unser Geld ist schmutzig. Auf Geldscheinen, Münzen und Kreditkarten tummeln sich Fäkalkeime. Je nach Region fanden Forscher schon mehr Fäkalkeime auf Geldscheinen als auf einer Toilettenbrille.

Seifenspender
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Zum Händewaschen gehört? Richtig, Wasser und Seife! Gerade Seifenspender sind leider aber auch ein hervorragendes Sammelbecken für Bakterien. Das belegten Forscher der Universität Arizona. Die untersuchten 127 nachfüllbare Seifenspender in öffentlichen Toiletten und Restaurants. Fast ein Viertel davon war mit Bakterien verunreinigt. Ein kleines Päckchen mit desinfizierenden Einmalhandtüchern in der Handtasche macht sich also bezahlt.

Kugelschreiber
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Die Chancen, sich beim Ausfüllen eines Lottoscheins einen Schnupfen zu holen, stehen gut. Kugelschreiber, die für Kunden ausliegen - sei es im Kiosk, in der Bank, in Geschäften oder Hotelzimmern - sind voll von Krankheitserregern. Also besser den eigenen Stift zücken.

Das ist beinahe ein Wimpernschlag, verglichen mit den bislang üblichen Testverfahren. „Heute wissen Ärzte oft erst nach Tagen, welchen Erreger genau sie bekämpfen müssen“, so Etchebarne.

Beim In-Dx-Verfahren wird die Probe zunächst konzentriert und erhitzt, um danach für etwa 20 Minuten inkubiert zu werden. Anhand von Farbveränderungen lässt sich dann bestimmen, um welchen Krankheitserreger es sich handelt.

Seine Zuverlässigkeit hat der Schnelltest bereits unter Beweis gestellt: Mehr als 300 Proben, so berichtet Etchebarne, wurden im Rahmen eines klinischen Tests bislang ausgewertet. In rund 85 Prozent der Fälle konnte der Erreger identifiziert werden.

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