Nichtraucherschutz
Luftwände versperren Tabakqualm den Weg

Trotz des Rauchverbots in NRW ab Juli wollen Gastronomen das Rauchen im Lokal ermöglichen. Unsichtbare Luftwände trennen Gaststätten in zwei Teile und starke Ventilationssysteme sorgen für Frischluft. Die Tabakindustrie erwartet viel von solchen Systemen - noch fehlt allerdings das Plazet der Regierung.

DÜSSELDORF. Wenn am Wochenende im Oberbayern die Party steigt, fließt Bier in Strömen und Zigarettenrauch wabert in Schwaden. Doch diese Zeiten könnten bald vorbei sein, wenn Anfang Juli das Nichtraucherschutzgesetz auch in Nordrhein-Westfalen in Kraft tritt. Für Marc Stollbrock, Geschäftsführer des Düsseldorfer Clubs, ist das Gesetz nicht nur eine Spaßbremse für Kettenraucher - er sieht sogar eine "Katastrophe" für die Kneipenszene heraufziehen: "Allein in der Düsseldorfer Altstadt werden Hunderte Gaststätten ums Überleben kämpfen, wenn das Rauchverbot kommt."

Stollbrock wird nun einen abgeschotteten Nichtraucherbereich einrichten müssen. Sowohl Raucher als auch Nichtraucher könnten sich dann ausgegrenzt fühlen, befürchtet er. Viele Eckkneipen sind aber selbst für diese Option zu klein - sie müssen die Raucher zum Qualmen auf die Straße verbannen.

Abhilfe schaffen könnte nun doch noch ein Schlupfloch in der Gesetzgebung: Eine sogenannte "Innovationsklausel" erlaubt das unbegrenzte Qualmen auch in Gaststätten. Dazu müssen die Betreiber aber nachweisen, dass sie durch technische Einrichtungen die Luftqualität in die eines Nichtraucherlokals verwandeln können. Eine solche Hintertür lässt der Gesetzgeber den Wirten in NRW, Brandenburg und Hessen offen.

Auf die Innovationsklausel setzt auch Oberbayern-Chef Stollbrock. Seine Hoffnungen liegen auf einer Lösung aus Süddeutschland. Dort hat die Firma Clivent eine Anlage entwickelt, die Gaststätten mithilfe einer Lufttrennwand in zwei Bereiche teilt. Im Raucherteil ist zudem ein Umluftfilter an der Decke installiert, der die verqualmte Luft in großen Mengen ansaugt - und gesäubert wieder in den Raum pustet. Das Echo sei riesengroß, "alle Gaststätten suchen händeringend nach einer Lösung", sagt Clivent-Chef Werner Jatsch. Auch aus Italien und Spanien gebe es Anfragen - auch dort gilt ein Rauchverbot.

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